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Korschenbroich: Korschenbroich nach dem Krieg

Korschenbroich : Korschenbroich nach dem Krieg

Noch vor Weihnachten soll der fünfte und vorerst letzte Band über Korschenbroichs Geschichte erscheinen. Er widmet sich den ersten Jahren nach dem Krieg. Wer noch Fotos aus der Epoche besitzt, kann sie der Stadt schicken.

Ein über zehn Jahre währender Forschungs-Marathon findet voraussichtlich im Dezember sein Ende: Dann soll der fünfte und vorerst letzte Band der Schriftenreihe über Korschenbroichs Stadtgeschichte erscheinen. Verfasst hat ihn — wie auch schon die vorherigen Bände — der Historiker Martin Rüther. Behandelt werden die Jahre 1945 bis 1950. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Währungsreform, das Flüchtlingswesen, der Wiederaufbau von Verwaltung und Politik und die Rolle von Schule und Kirche. Statistiken, Einzelschicksale und Fotostrecken werden das Werk zusätzlich anreichern. "Auch dieser Band ist sehr allgemeinverständlich geschrieben", sagt Rüther, der für die Reihe seit Ende der 1990er Jahre in Archiven geforscht hat. "Die Idee dieses Langzeit-Projektes war es, eine Art Folie zu schaffen, so dass zum Beispiel Vereine auf ihrer Grundlage weitere Schriften zu speziellen Einzelthemen verfassen können."

"Auch ich habe viel gelernt"

Oft sei er überrascht gewesen, schildert der 55-Jährige, wie viele Informationen Quellen offenbarten, "wenn man sie mit der richtigen Fragestellung liest". "Auch ich habe in den Jahren sehr viel gelernt."

Thema im fünften Band ist auch der Prozess der Entnazifizierung in Korschenbroich. "Es überschneiden sich bei ihm viele Aspekte: Wie soll man bei einer Versorgungskrise mit einem Kartoffelhändler umgehen, der in der NS-Zeit gute Geschäfte gemacht hat?", nennt Rüther ein Beispiel.

"Wir als Stadt haben uns ganz bewusst zurückgehalten und einen externen Historiker mit dem Projekt beauftragt", sagt Kulturamtsleiterin Michaele Messmann. "Auch beim fünften Band hat es Rüther wieder geschafft, ein spannendes Buch sowohl für den Wissenschaftler als auch für den normalen Bürger zu schreiben." Überrascht sei sie insbesondere gewesen, wie unterschiedlich die Orte auf das Nazi-Regime reagiert hätten. "Glehn stand ihm recht nahe, während die Bevölkerung in Korschenbroich leisen Widerstand geleistet hat", erläutert Messmann. Auch sie würde sich freuen, wenn die Schriftenreihe mit Einzelthemen fortgesetzt werden könnte. "Das Thema Schule finde ich sehr interessant."

Für den neuen Band sucht die Stadt noch Fotos aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Bilder von Straßenzügen und Häusern sind ebenso willkommen wie Aufnahmen vom Vereins- und Familienleben. Michaele Messmann sammelt das Material, das die Besitzer nach der Erfassung zurückerhalten.

(NGZ/ac)