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Handball: Korschenbroich kämpft Friesen nieder

Handball : Korschenbroich kämpft Friesen nieder

In einem spielerisch schwachen, am Ende aber hochdramatischen Match der 3. Handball-Liga West setzt sich der TVK mit 22:21 (15:11) gegen die HSG Varel-Friesland durch. Marcel Görden trifft kurz vor Schluss zum äußerst glücklichen Sieg.

Wer am Samstagabend in der brodelnden Waldsporthalle die Schönheit des Handballsports suchte, war definitiv am falschen Ort. Voll auf ihre Kosten kamen jedoch die Liebhaber von bis in die Schlussphase hinein packenden Schlachten. Und weil die mit 22:21 (Halbzeit 15:11) an den TV Korschenbroich ging, zogen schließlich nur die "Soldaten" der HSG Varel-Friesland enttäuscht von dannen.

Einig waren sich die beiden Trainer in der grundsätzlichen Bewertung der Partie. "Wir haben ein sehr kämpferisches Spiel mit einem am Ende glücklichen Sieger gesehen", resümierte Andrzej Staszewski für die Gäste. Sein Kollege Ronny Rogawska hob hervor: "Wir haben gekämpft bis zum Gehtnichtmehr." Dabei lagen die Vorteile zunächst klar beim TVK. Weil die 5:1-Deckung der Friesen mit dem vorgezogenen Oliver Staszewski den Hausherren mit dem starken Kreisläufer Marcel Görden (drei Tore vor der Pause) in die Karten spielte, lagen die Korschenbroicher in Hälfte ein ständig vorne – am deutlichsten in der 17. Minute, als Philipp Liesebach in Überzahl zum 10:5 traf.

Im zweiten Abschnitt stellte Staszewski auf eine 6:0-Deckung um, ein Bollwerk, das für die spielerisch erstaunlich limitierten Gastgeber kaum mehr zu überwinden war. Marcel Görden wurde am Kreis komplett zugestellt, die Außen Philipp Liesebach und David Biskamp (später ersetzt durch Matthias Deppisch und Michel Mantsch) nahezu vergessen. Rogawska führte zwar entschuldigend ins Feld, "dass wir immerhin gegen die beste Abwehr der Liga gespielt haben", eine Erklärung, warum seine Jungs "nach der Superleistung in der ersten Halbzeit" im zweiten Durchgang "so früh aus dem Konzept kamen", blieb er jedoch schuldig.

Ganze sieben Tore gelangen dem TVK nach dem Seitenwechsel. Eine dürftige Ausbeute, die wohl nur deshalb reichte, weil den im Angriff ebenfalls nicht sonderlich einfallsreichen Gästen in Marek Mikeci, Vaidas Dilkas und Thore Linda wertvolles Personal fehlte.

Das Finale: Gestützt auf ihren guten Torhüter André Seefeldt gleicht die HSG durch einen Treffer von Petar Bubalo zunächst aus (16:16/39.) und geht kurz darauf sogar das erste Mal in Führung, als erneut Bubalo dass 18:17 (43.) markiert.

Gut für den TVK, dass Rogawska in Philipp Ruch noch ein Ass im Ärmel hat. Der spät in der zweiten Hälfte für Almantas Savonis eingewechselte Keeper beeinflusst den Ausgang der Partie entscheidend: Beim Spielstand von 19:20 pariert er einen Siebenmeter von Niels Bötel (56.), beim 21:21 behält er nach einem Tempogegenstoß im 1:1-Duell mit Martin Libergs die Oberhand (59.). Dass Görden sechs Sekunden vor Schluss mit einer artistischen Sprungeinlage zum 22:21 für den TVK trifft, frustriert die Friesen kolossal, zumal "das Tor niemals hätte gegeben werden dürfen", wollte Staszewski festgehalten wissen.

(NGZ)