Korschenbroich: Konsequent dem Ruf Gottes gefolgt

Korschenbroich: Konsequent dem Ruf Gottes gefolgt

Korschenbroich "Die Religion ist das sicherste Mittel zu einem glücklichen Leben", schrieb die 17-Jährige in ihr Gedichtbändchen. Dieser Satz leitete Therese von Wüllenweber durch ihr gesamtes weitere Leben. "Sie hat lange gesucht, hat spät die Gelübde abgelegt. Doch sie ist konsequent dem Ruf Gottes gefolgt, ist entschieden ihren Weg gegangen", sagte beim Festakt Weihbischof Dr. Johannes Bündgens. Er hatte am Morgen den Festgottesdienst in der St.-Andreas-Kirche zelebriert und sieht in Therese von Wüllenweber ein Vorbild für andere.

Korschenbroich "Die Religion ist das sicherste Mittel zu einem glücklichen Leben", schrieb die 17-Jährige in ihr Gedichtbändchen. Dieser Satz leitete Therese von Wüllenweber durch ihr gesamtes weitere Leben. "Sie hat lange gesucht, hat spät die Gelübde abgelegt. Doch sie ist konsequent dem Ruf Gottes gefolgt, ist entschieden ihren Weg gegangen", sagte beim Festakt Weihbischof Dr. Johannes Bündgens. Er hatte am Morgen den Festgottesdienst in der St.-Andreas-Kirche zelebriert und sieht in Therese von Wüllenweber ein Vorbild für andere.

Therese von Wüllenweber wurde vor 175 Jahren, am 19. Februar 1833, geboren. Bild: NGZ-Online Foto: NGZ

Am Nachmittag folgte in der Niederrhein-Klinik ein Festakt zur Erinnerung an die Mitbegründerin der Salvatorianerinnen mit 120 Gästen aus Kirche, Familie, Politik und Gesellschaft. Neben Bürgermeister Heinz Josef Dick und dem stellvertretenden Landrat Dr. Hans-Ulrich Klose waren unter anderem Freifrau von Wüllenweber, Urgroßneffe Volker Eckhard und andere Verwandte gekommen.

Der Ort war mit Bedacht gewählt, schließlich ist die Klinik eine Tochter des Krankenhauses in Neuwerk, dort sind die Salvatoriannerinnen tätig, und der Maria-Hilf-Kliniken in Mönchengladbach. Eine der Schwestern wirkt an der Regentenstraße - und in der Urkunde zur Grundsteinlegung der Niederrhein-Klinik ist Therese von Wüllenweber als Mitbegründerin und Bürgerin Korschenbroichs genannt.

"Therese von Wüllenweber hat zwei Drittel ihres Lebens in Korschenbroich und Neuwerk zugebracht", betont Provinzoberin Schwester Helena Engelmeier aus Kerpen-Horrem. "Ihre Familie war sehr in Korschenbroich verwurzelt", erläutert in ihrem Festvortrag Schwester Helene Wecker, die sich seit Jahren mit dem Wirken von Therese von Wüllenweber befasst. Deren Vater Theodor Freiherr von Wüllenweber sei 1893 mit einem großen Fest für 60-jährige aktive Mitarbeit im Gemeinderat geehrt worden, die Mutter habe Kranke im Ort besucht.

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Therese, die älteste von fünf Töchtern, entsprach der Hoffnung des Vaters, Erbhalterin auf Schloss Myllendonk zu werden, nicht. Sie suchte früh einen eigenen, eigenständigen Weg: "Sie wollte als Apostolin mit den Aposteln hinausziehen und das Evangelium verkünden. Ein für eine Frau damals äußerst ungewöhnlicher Gedanke. Sie trat für die Gleichwertigkeit von Frau und Mann als Missionare ein", sagt Schwester Helene Wecker. "Ich suchte und suchte. Man riet mir zu warten", schrieb Therese von Wüllenweber.

Wiederholt wirkte sie für einige Zeit in Ordensgemeinschaften, doch dort fand sie nicht ihre Bestimmung. 1875 schien sie ihrem Ziel ein Stück näherzukommen: Sie pachtete und kaufte später einen Teil des früheren, leer stehenden Benediktinerinnen-Klosters Neuwerk in Absprache mit dem Neuwerker Pfarrer Dr. Ludwig von Essen. Wegen des Kulturkampfes wurde die Bezeichnung "Damenstift" gewählt . "Therese von Wüllenweber tat Gutes, soweit sie konnte, nahm Waisenkinder auf, sammelte die Kinder von der Straße", schildert Schwester Helene Wecker. Doch das von ihr erhoffte Leben nach einer klösterlichen Regel stellte sich nicht ein.

Eine Begegnung 1882 mit Pater Jordan, Gründer der Apostolischen Lehrgesellschaft - so hießen die Salvatorianer damals noch -, veränderte ihr Leben. Sie legte die Ordensgelübde ab. Einige Jahre rief Pater Jordan sie nach Rom, wo sie 1888 - vor 120 Jahren - die Schwesterngemeinschaft der Salvatorianerinnen mitgründete (die NGZ berichtete). Ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen. "Therese von Wüllenweber ist konsequent dem Ruf Gottes gefolgt, auch wenn der Weg schwierig war", hebt Schwester Helena hervor. 1968 sprach Papst Paul VI die gebürtige Korschenbroicherin selig.

An sie wird in Korschenbroich an mehreren Stellen erinnert. Im Stadtteil Korschenbroich ist der Therese-von-Wüllenweber-Platz nach ihr benannt. Und neben dem Turmportal von St. Andreas befindet sich eine Bronzetafel mit ihrem Bildnis.

(NGZ)
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