Oldtimer-Freunde stellten Zweiräder aller Art aus: Knatternde Zeugen vergangener Tage

Oldtimer-Freunde stellten Zweiräder aller Art aus : Knatternde Zeugen vergangener Tage

Auf dem Lappesen-Parkplatz an der Bendstraße standen Sonntag zum sechsten Mal historische Zweiräder aller Art im Mittelpunkt. Der Zweirad-Markt der Oldtimer-Freunde Glehn inklusive Teilebörse ließ selbst Laien aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Mancher Besucher älteren Jahrgangs erinnerte angesichts der präsentierten Zweiräder und Motorräder die Art der "Fortbewegung" aus, die vor und nach dem zweiten Weltkrieg auf Deutschlands Straßen - meist laut knatternd - dominierte. Mit großem Interesse studierten die Besucher die alten Zweirad-Modelle. NGZ-Foto: M. Reuter

Auf dem Lappesen-Parkplatz an der Bendstraße standen Sonntag zum sechsten Mal historische Zweiräder aller Art im Mittelpunkt. Der Zweirad-Markt der Oldtimer-Freunde Glehn inklusive Teilebörse ließ selbst Laien aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Mancher Besucher älteren Jahrgangs erinnerte angesichts der präsentierten Zweiräder und Motorräder die Art der "Fortbewegung" aus, die vor und nach dem zweiten Weltkrieg auf Deutschlands Straßen - meist laut knatternd - dominierte. Mit großem Interesse studierten die Besucher die alten Zweirad-Modelle. NGZ-Foto: M. Reuter

Heute noch bekannte Herstellerfirmen wie Zündapp, NSU und Sachs genauso wie Mazza Java und Honda zeugten mit ihren zweirädrigen Schätzen von der Entwicklung der Motorrad- und Fahrradindustrie nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Dass die meisten Motorräder und Mopeds trotz hohen Alters noch für den Straßenverkehr zugelassen sind, bewies die liebevolle und fachmännische Pflege ihrer Besitzer. Besonders erstauntes Verweilen lösten die mehr als 50 und 60 Jahre alten Fahrräder aus, die in ihrer Zeit mit Hilfsmotoren ausgerüstet auch Glehns Dorfstraßen mit Lärm erfüllten und manches Hühnervölkchen auseinander trieben.

Herstellernamen wie Anker und Sachs priesen die mit "Motörchen" versehenen Fahrräder als Signale des Fortschritts und die Firma Zündapp verkündete sogar: "Zündapp erschließt Dir die Welt." Auch Fahrräder mit Karbidlampen und seltsam verbogenen Lenkern konnten bewundert werden - Erinnerungen an die Anfangszeit des Radsports. Während der gastgebende Oldtimer-Freunde-Koordinator Wolfgang Kremer, selbst erfolgreicher Sammler historischer Zweiräder, sich mühte, den Gästen die Ausstellungsstücke zu erläutern, herrschte an den Ständen des Teilemarktes der erwartete Hochbetrieb.

Dort wurde alles angeboten, was an Ersatzteilen für die historischen Fahrzeuge benötigt wird - ob Verkleidungsstücke, Pedalen, Sattelzeug, ob Lampen und Ziermaterial. Auf die Frage, woher das ganze Material kommt, das in den bestehenden Fachgeschäften längst nicht mehr zu haben ist, hebt ein Teilehändler aus Wuppertal geheimnisvoll beide Schultern: "Wer suchet, der findet." Nicht nur die Viezahl der an der Bendstraße parkenden Autos bewiesen den Bekanntschaftsgrad der Glehner Oldtimer-Freunde - selbst aus Bonn, aus der Eifel und aus dem rechts-rheinischen Gebiet kamen Oldtimer-Fans um nach "Notwendigem" zu suchen oder zu fachsimpeln.

Viele von ihnen werden Mitte Juli erneut nach Glehn kommen, wenn im Rahmen des Straßenfestes 2002 die Oldtimer-Freunde auf dem Kirmesplatz an der Bachstraße wieder Fahrzeuge aller Art präsentieren werden. Wolfgang Kremer als Ausstellungskoordinator zeigte sich ebenfalls mit dem Verlauf des Tages mehr als zufrieden. Immerhin wurden bis zum Ausklang der Ausstellung mehrere hundert Gäste an der Bendstraße gezählt, und manches Prachtexemplar wechselte seinen Besitzer. pm

(NGZ)
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