Tischtennis : Knapp an Gold vorbeigeschrammt

Wie dicht oft Freud und Leid im Sport beieinander liegen, musste Nina Mittelham bei den 54. Jugend-Europameisterschaften in Kasan leidvoll erfahren.

Im Endspiel des Schülerinnen-Mannschaftswettbewerbes gegen Gastgeber Russland fieberte die Tischtennis-Zweitligaspielerin der DJK Holzbüttgen beim 2:2-Zwischenstand auf der Bank mit und sah ihre Teamkollegin Chantal Mantz (DJK Kolbermoor) in der letzten Partie mit 6:2 im fünften Satz vorne liegen. Doch diese Führung reichte nicht. Mantz unterlag 6:11 und der erhoffte Gewinn der Goldmedaille wurde damit in letzter Sekunde verpasst. Dementsprechend groß war unmittelbar nach der Partie die Enttäuschung. Tränen waren bei den Schützlingen von Bundestrainerin Dana Weber nicht zu übersehen.

"Wir haben ein großes Turnier gespielt und am Ende gegen die topgesetzte Mannschaft verloren", stellte Weber fest. "Die Spielerinnen haben alles gegeben. Schade, dass es nicht zum Titel gereicht hat." Nina Mittelham hatte zuvor im Eröffnungseinzel eine schon fast verloren geglaubte Partie gegen Daria Chernova gedreht. Nach einem 0:2-Satzrückstand fand die dreifache Deutsche Meisterin immer besser in die Begegnung und siegte mit 4:11, 9:11, 11:8, 11:7 und 11:8. Im Anschluss an die Niederlage von Mantz feierte Mittelham ihren zweiten Endspielsieg: Wieder sprang ein 3:2-Erfolg heraus — diesmal an der Seite von Alena Lemmer (Eintracht Baunatal) im so wichtigen Doppel.

Doch der 2:1-Vorsprung reichte nicht, denn im Duell der beiden Spitzenspielerinnen kassierte die Deutsche ihre erste Einzelniederlage in Kasan. Die Europaranglisten-Zweite, Ekaterina Guseva, war an diesem Tag zu stark und gewann nach vier Sätzen. Viel Zeit, um über die äußerst unglückliche Niederlage nachzudenken, hat Nina Mittelham nicht. Zwar muss die 14-Jährige aufgrund ihres vierten Platzes in der U15-Europarangliste in den drei Individual-Konkurrenzen (Einzel, Doppel, Mixed)heute noch nicht an den Tisch, doch eine Trainingseinheit soll die Gedanken an das verlorene Endspiel möglichst schnell vergessen machen. Ab morgen greift Mittelham dann wieder an und möchte eine zweite Medaille nach Hause bringen. Marco Steinbrenner

(NGZ)