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Korschenbroich: Klose sieht Altenheim kritisch

Korschenbroich : Klose sieht Altenheim kritisch

Der stellvertretende Landrat Hans-Ulrich Klose hat sich zum an der Friedrich-Ebert-Straße geplanten Altenheim geäußert. Dabei weitet der CDU-Sozialpolitiker den Blick: Das Betreute Wohnen müsse ausgebaut werden.

In der Diskussion um das geplante Altenheim hat sich Hans-Ulrich Klose lange zurückgehalten: Bei einer Veranstaltung der CDU im Pescher Gasthof Deuss meldete sich der stellvertretende Landrat und über Jahrzehnte hinweg führende Sozialpolitiker der Kreis-CDU jetzt zu Wort.

Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass er skeptisch bei den Vorhersagen privater Investoren sei. Hintergrund sind die Bedarfszahlen, über die es zwischen der Stadt und dem Rhein-Kreis unterschiedliche Auffassungen gibt.

Mit Blick auf den vom Rhein-Kreis vor vier Jahren fortgeschriebenen "Silbernen Plan" verwies Hans-Ulrich Klose darauf, dass dessen Prognosen "im Wesentlichen so eingetroffen sind". Für die Stadt Korschenbroich würde dies bedeuten, dass mit dem Bau eines weiteren Altenheims eine Überkapazität von 50 Plätzen geschaffen würde. Eine Rechnung, der Bürgermeister Heinz Josef Dick und die Experten im Rathaus widersprechen.

Ein Grund für die Skepsis des stellvertretenden Landrats gegenüber dem "Boom von Investoren" sind Beispiele in der Nachbarschaft. "Das stärkste Stück" wurde nach Kloses Worten dabei in Grevenbroich geliefert: Dort habe es nicht weniger als vier neue Angebote für Altenheime gegeben. Während ein solches für den Stadtteil Wevelinghoven ja akzeptabel sein möge, sieht Hans-Ulrich Klose angesichts von drei bereits bestehenden Altenheimen in der Grevenbroicher Innenstadt allerdings keinen Bedarf für drei weitere — im Gegensatz zu den potenziellen Investoren natürlich.

Zu bedenken gibt Hans-Ulrich Klose, dass ein Altenheim an der Friedrich-Ebert-Straße letztlich weniger auf die Korschenbroicher Bevölkerung ausgerichtet sein würde, als auf Menschen aus den Nachbarstädten Mönchengladbach oder Neuss. Was abgesehen von einem neuen Altenheim "in jedem Fall nötig ist" , sei ein vermehrtes Angebot fürs Betreute Wohnen: "Davon gibt es im Kreis zu wenig." Nicht bloß als Faustregel sei dabei Folgendes zu beachten: "Es klappt dann gut, wenn die Wohnungen im unmittelbaren Einzugsbereich eines Altenheims liegen."

(NGZ/rl)