Doppelspieltag beschert HTC zwei Spitzenspiele: Kloimstein: Drei Zähler wären gut, vier sehr gut

Doppelspieltag beschert HTC zwei Spitzenspiele : Kloimstein: Drei Zähler wären gut, vier sehr gut

Von Michael Scheffler

Von Michael Scheffler

Was Optimisten zu Saisonbeginn nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen wagten, ist vor Beginn der Rückrunde Realität: Der HTC Schwarz-Weiß Neuss spielt um die Play-Off-Plätze in der West-Gruppe der Hallenhockey-Bundesliga mit. So werden die beiden Begegnungen am Samstag, 16 Uhr, beim Tabellenführer Gladbacher HTC und am Sonntag, 18 Uhr, in der Stadionhalle gegen den Tabellendritten Crefelder HTC zu Spitzenspielen. Eigentlich hätte auch HTC-Keeper Thomas Wagner einmal eine Chance verdient. Im Hinspiel war er jedenfalls klar besser als Schulte. Er ist mit seinen Paraden auch einer der Auslöser der aktuellen Neusser Euphorie. 800 Zuschauer wie letzte Woche in der Stadionhalle kommen in der Bundesliga vielleicht einmal zusammen, wenn in der Hockey-Hochburg Hamburg Alster gegen Harvestehude spielt. Noch ist er angeschlagen, doch am Wochenende will Patric Lunau-Mierke wieder so jubeln. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Das gewachsene Selbstvertrauen setzt auch Coach Peter Kloimstein in eine Hochrechnung um. "Bei drei Punkten wäre das ein gutes Wochenende, bei vier ein sehr gutes". Wobei er immer schon froh ist, "das wir schon sieben Punkte Abstand zum Abstiegsrang haben". Nach Abstiegsgefahr sieht es nun wahrlich nicht aus beim Aufsteiger HTC. Bisher ist die Mannschaft in dem ausgeglichenen Feld wirklich das Quäntchen besser als die Konkurrenz - bis auf Gladbach.

Auch für Kloimstein klar das beste Team in der Westgruppe, "aber wenn bei uns alles einmal alles klappt, ist auch da für uns was drin." Schon bei der 8:12-Heimniederlage zum Saisonauftakt hielt Neuss lange mit, verlor erst deutlicher nach drei individuellen Fehlern in der Schlußphase. Mit "Alles klappt" meint er vor allen Dingen die Chancenauswertung und den Schlendrian in der Abwehr. Gegen die cleverste Mannschaft der Liga, und das ist Gladbach ohne Zweifel, geht das natürlich daneben.

Aber auch in Sachen Cleverness hat Neuss dazugelernt - einmal das Spiel gegen den Düsseldorfer HC ausgenommen. Dazu kommt nach den knappen Siegen die Erkenntnis, dass man auch in hektischen Endphasen in guter körperlicher Verfassung ist. Auch ein Resultat des Potenzials auf der Bank. Wenn zum Beispiel Pelzer/Karbach die erste Verteidigung Klink/Draguhn ablöst, brennt auch nichts an. Allerdings zählt Max Klink neben Mark Brüse und Patric Lunau-Mierke zu den drei angeschlagenen Spielern, die diese Woche mit dem Training aussetzen mussten. Kloimstein setzt darauf, dass sie alle am Samstag wieder fit sind.

Beim Gladbacher HC, dem bisher nur Düsseldorf ein Unentschieden abknöpfen konnte, bestimmen Nationalmannschafts-Kapitän Flo Kunz, der Ex-Neusser André Schiefer und vorne immer noch Micky Hilgers den Rhythmus. Sehr stark im Hinspiel auch Thomas Krauß als Vorbereiter. Ganz schwach war dagegen in Neuss Junioren-Nationaltorwart Thomas Jähn, der in den letzten Spielen Heiko Milz weichen musste. Von einer Übergangssaison, wie sie Team-Manager Schürings ("Wir wollen nur nichts mit dem Abstieg zu tun haben") sieht, kann jedenfalls nicht die Rede sein. Und gerade gegen ihren alten Coach Peter Kloimstein wird sich der GHTC mächtig ins Zeug legen.

Bleibt der Blick auf Platz zwei. Nicht nur HTC-Abteilungsleiter Egbert Wilms erwartet hier ein Duell mit dem Crefelder HC, der bis auf auf einen Punkt an Neuss heranrückt, wenn er sein Nachholspiel in Mülheim (dort stand am letzten Samstag die Halle unter Wasser) gewinnt. Spielbestimmende Persönlichkeiten beim CHTC sind der ungemein wendige Natinalspieler Matthias Witthaus, Uli Bergmann und im Tor der ehemalige Neusser Chistian Schulte, der nach dem Rücktritt von Christoph Reiz als bisherige Nummer zwei im Nationaltor gute Chancen besitzt, in der Hirarchie von Bundestrainer Bernhard Peters aufzurücken.

(NGZ)