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Korschenbroich: Kleinenbroicher will mit Windball Strom sparen

Korschenbroich : Kleinenbroicher will mit Windball Strom sparen

Torsten Küppers ist Vorreiter in der Region: Bei ihm ist gestern ein 15 Meter hoher Windball aufgebaut worden. NRW-weit ist das die höchste private Kleinwindanlage zur Stromgewinnung.

Seit Jahren fasziniert Torsten Küppers die Möglichkeit, aus Wind Strom zu erzeugen. Die Vorstellung, eine der vielen Möglichkeiten auch für sich privat zu nutzen, ließ den 41 Jahre alten Kleinenbroicher nicht ruhen. Er entschied sich für eine Kleinwindanlage. Sie wurde von der Stadt Korschenbroich innerhalb von vier Wochen genehmigt und gestern in einer mehrstündigen Aktion an der Raitz-von-Frentz-Straße 6 aufgebaut. Der transparente Windball steckt auf einem 15 Meter hohen, schmalen Mast. Für Reimund Büschleb gehört Torsten Küppers damit zu den Vorreitern in Nordrhein-Westfalen. "Das ist NRW-weit die bislang erste und auch höchste private Anlage zur Stromgewinnung", bescheinigt ihm der Vertriebsleiter von "Home Energy" mit Sitz in Neuss.

Ob Vorreiter oder nicht, das ist für Torsten Küppers nicht entscheidend. Der selbstständige Familienvater, selbst in Sachen Raumlüftungstechnik bundesweit unterwegs, will die Faszination Windenergie für sich nutzen: "Mein Ziel ist es, mindestens 20 Prozent des eigenen Stromverbrauchs künftig über diese Anlage abzudecken." Dass sein Wunsch langfristig bei 50 Prozent liegt, erwähnt Torsten Küppers so ganz nebenbei. Er spricht von einer "sinnvollen Investition". Ihm war es wichtig, bei der Realisierung etwas für die Umwelt zu tun, und selbst seine eigenen Energiekosten dauerhaft zu mindern: "Mit Blick auf die steigenden Strompreise bin ich auf der sicheren Seite."

Was den Kleinenbroicher bei seiner Entscheidung für den Windball so sicher macht, sind weniger die Produktinformationen des Herstellers, sondern mehr die Aussagen von Rudi Müller. Der Senior aus Neukirchen sammelt bereits seit 2009 mit einer zwölf Meter hohen Anlage Erfahrungen. "Er hat mir alle meine Fragen beantworten können. Er hat mich einfach überzeugt", betont Küppers. Auch auf dem Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss sorgen zwei ähnliche Windbälle für Energiekostenersparnis.

Während das holländische Unternehmen "Home Energy" europaweit arbeitet, hat Vertriebsleiter Reimund Büschleb mit deutschen Kommunen unterschiedliche Erfahrungen gemacht: "In der Regel ist der Spielraum so groß, dass sich viele Kommunen einfach vor einer Genehmigung drücken."

Ganz anders war das im Korschenbroicher Rathaus: Der Antrag zur Kleinwindanlage wurde am 12. Juni 2012 gestellt und bereits am 6. Juli genehmigt. Obwohl die Mitarbeiterin laut Küppers "auch noch eine Woche Urlaub hatte", lobt er das Bauamt. Dass der Windball erst jetzt realisiert wurde, hat nicht zuletzt etwas mit dem langen Winter zu tun. "Wir haben die Anlage direkt am Hausfundament befestigt und in den Dachüberstand integriert." Der Mast steht direkt neben seinem Schafzimmerfenster. Und das bewusst: "Ich will jedem zeigen, dass der Windball keinen Lärm macht."

(NGZ/rl)