1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Kleinenbroich wird trockener

Korschenbroich : Kleinenbroich wird trockener

In Kleinenbroich sind Keller feucht, nicht nur der von Gabriele Görgens. Dort wird ab Dezember 2011 gepumpt. 656 Bürger haben dafür unterschrieben. Für Pesch, Raderbroich und Herrenshoff fehlen noch Zusagen.

Das Grundwasser hat in Teilen des Stadtgebietes bereits Höchststände erreicht. Fundamentstreifen und Bodenplatten werden vom Wasser umspült. Seit einigen Tagen drückt das Wasser nun bei Gabriele (59) und Manfred (69) Görgens in den Keller. Im Zwei-Stunden-Rhythmus wird im Zederweg 16 in Kleinenbroich gewischt. Im Haus riecht es schon modrig, und die Wände zeigen deutliche Schimmelpilzspuren.

Das Ehepaar kam 1995 von Düsseldorf nach Kleinenbroich. "Wir wohnen gerne hier, wenn nur nicht das Grundwasserproblem wäre", sind sich die Eheleute einig. Ihre ganze Hoffnung gehört dem Erftverbandsmodell "zur Kappung der Grundwasserspitzen". "Natürlich haben wir unterschrieben. Es muss dringend gepumpt werden", erklärt der pensionierte Bauschlosser und Bürozeichner. Für Manfred Görgens ist jeder Bürger im Stadtgebiet betroffen. Sein Appell ist entsprechend deutlich: "Wenn jeder beim Pumpmodell mitmacht, reduzieren sich die Monatsbeträge auf zwei, drei oder vier Euro." Auch wenn er schmerzlich hinnehmen muss, dass die Pumpen bei ausreichender Beteiligung erst im Winter 2011/12 angestellt werden, weiß er doch: "Dann sind wir aber auf der sicheren Seite."

Ganz so eindeutig wie sich das Ehepaar Görgens wünscht, ist das Ergebnis der Bürgerbefragung zur "Kappung der Grundwasserspitzen" aber nicht ausgefallen. Die Frist lief am 20. Januar ab. Die Stadt hat in einem ersten Schritt eine Modellrechnung aufgestellt, die Absichtserklärungen liegen jetzt vor.

Kleinenbroich "Die Resonanz ist wirklich erfreulich", erklärt Bürgermeister Dick auf Anfrage. "Damit reduziert sich die Jahresbeteiligung von bislang 104,37 Euro auf rund 80 Euro."

Herrenshoff 190 Zusagen werden benötigt — 186 Bürger haben fürs Pumpmodell unterschrieben. "Hier wird's Mitte Februar ein zweites Schreiben geben", so Dick. Die Bürger werden dann gefragt, ob sie auch die Differenz ausgleichen.

Pesch In Pesch fehlen aktuell mit 131 Absichtserklärungen noch mindestens 49 Zusagen — für Dick nicht überraschend. Auch in Pesch wird es einen zweiten Bürgerbrief geben. Die zentrale Frage: "Zahlen Sie auch 113 Euro Jahr, damit gepumpt werden kann?"

Wie geht's weiter? Die Stadt hat am Freitag einen Termin mit dem Erftverband, um die Verträge für Kleinenbroich abzustimmen. Sie sollen bis Mitte Februar verschickt werden. Ende April folgt die Ausschreibung, dann die Vergabe, damit die Brunnenpumpen zur Kappung der Grundwasserspitzen noch im Sommer eingebaut werden können.

Wer kann mitmachen? "Jeder kann sich beteiligen", hofft der Bürgermeister auf eine hohe Solidarität im Stadtgebiet. Wie's funktioniert, weiß Theo Verjans im Rathaus.

(NGZ)