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Klassischer Fehlstart für den TSV Bayer Dormagen gegen Dessau

2. Handball-Bundesliga : Klassischer Fehlstart für Bayer Dormagen

Nach einer starken Vorbereitung ging der Handball-Zweitligist mit hohen Erwartungen ins erste Saisonspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV. Die konnten die Spieler nicht erfüllen, am Ende stand eine verdiente 21:24-Heimniederlage.

Die Hardcore-Fans des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen haben eine entbehrungsreiche Zeit hinter sich. Wegen der Corona-Pandemie konnten sie ihre Lieblinge viele Monate nicht in einem Pflichtspiel anfeuern. Dementsprechend eifrig unterstützten sie am Freitagabend die Dormagener im TSV-Bayer-Sportcenter beim ersten Saisonspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV. Von der ersten bis zur letzten Minute versuchten sie, den TSV mit ohrenbetäubend lautem Trommeln, Anfeuerungsrufen und Applaus nach vorne zu peitschen. Doch die Motivationshilfe kam bei den TSV-Spielern irgendwie nicht an. Vor 429 von zu Corona-Zeiten 958 möglichen Zuschauern wirkten sie gegen den Aufsteiger aus dem Osten seltsam gehemmt und mussten am Ende eine 21:24 (8:14)-Niederlage hinnehmen.

Dabei hatten die Dormagener in der Vorbereitung so überzeugen können. In acht Testspielen, auch gegen Erstligisten, gab es fünf Siege, zwei Niederlage und zum Abschluss ein Unentschieden gegen den Zweitliga-Titelanwärter VfL Gummersbach. Doch Handball-Geschäftsführer Björn Barthel hatte im Gespräch mit unserer Redaktion schon im Vorfeld dem Braten nicht so richtig getraut und geunkt, dass ihm die Ergebnisse zu gut gewesen seien und in der Meisterschaft  wieder um jeden Zentimeter gekämpft werden müsse. Wenigstens das haben die TSV-Spieler am Freitagabend getan, doch spielerisch lief einfach kaum etwas zusammen. Obwohl Gäste-Coach Uwe Jungandreas im Vorfeld der Saison angekündigt hatte, seinen Hauptaugenmerk auf die Abwehrarbeit legen zu wollen, schienen die Dormagener ziemlich überrascht davon, wie es die Dessauer immer wieder schafften, den Laden hinten dicht zu machen.

„Das war seit langer Zeit mal wieder eine Defensive, die ihrem Namen gerecht geworden ist. Wir haben die Räume enggemacht und haben versucht, keine 1:1-Stuationen zuzulassen“, sagte Jungandreas. In der Anfangsphase war für die Gastgeber überhaupt kein Durchkommen durch dieses Bollwerk. Quälend lange fast zwölf Minuten mussten die TSV-Fans warten, bis Linksaußen Pascal Noll den ersten Treffer für seine Mannschaft zum 1:5 erzielte. Wobei die Außenpositionen gegen die starke Gästeabwehr am Freitag fast völlig abgemeldet waren. Während Noll nur zweimal traf und in der Schlussphase der immerhin noch einmal erfolgreiche Youngster Tim Mast auf Links kam, konnte sich auf Rechtsaußen auch Jakub Sterba kaum in Szene setzen und blieb bei einem Treffer.

Die Dessauer leiteten die gegnerischen Angriffe immer wieder nach innen, wo die Dormagener dann oft viel zu überhastet abschlossen. „25 Fehlwürfe und zehn technische Fehler sind einfach viel zu viel. So kannst du kein Spiel gewinnen“. meinte TSV-Trainer Dusko Bilanovic, der keine Ausflüchte in der nicht gerade optimalen Personalsituation suchen wollte. Schließlich musste er in Gestalt von Abwehrchef Patrick Hüter, Linksaußen Joshua Reuland und Spielmacher Julian Köster auf drei ganz wichtige Akteure verzichten. „Wir haben genug Potenzial in der Mannschaft, aber heute hat es einfach nicht gereicht“, betonte Bilanovic.

Was die Gastgeber auch anstellten, sie konnten die alles in allem sehr souverän und abgeklärt agierenden Gäste einfach nicht dauerhaft in Not bringen. Als im ersten Durchgang in der 23. Minuten nach einem von Pascal Noll verwandelten Siebenmeter zum 8:12 Hoffnung aufkeimte, blieb das allerdings das letzte Tor bis zur Pause. Ein weiterer Rückschlag war dann, dass Noll direkt nach dem Seitenwechsel  mit einem Siebenmeter am ganz starken Gästekeeper Philip Ambrosius (15 Paraden) scheiterte. Danach dauerte es bis zur 38. Minuten, ehe Benjamin Richter per Siebenmeter zum 9:16 für die TSV traf. Es spricht für die Dormagener, dass sie unverdrossen weiterkämpften und auch dank des starken Torhüter-Zugangs Martin Juzbasic (zwölf Paraden) sogar noch mal auf 18:21 herankamen (54.). Doch letztlich ließ sich der Aufsteiger nicht von seinem Weg abbringen und feierte anschließend ausgelassen. Ausgerechnet in der Halle, wo Dessau in der vorvergangenen Saison eine bittere Niederlage kassiert hatte und in der Folge abgestiegen war. Dormagen hat bis zum nächsten Spiel am kommenden Samstag bei der SG BBM Bietigheim noch viel Arbeit vor sich.