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Korschenbroich: Kirchenvorstand ärgert sich über Denkmalamt

Korschenbroich : Kirchenvorstand ärgert sich über Denkmalamt

Ein Abriss des alten Pfarrhauses am Kirchplatz in Korschenbroich ist kein Thema mehr: Das Tauziehen der vergangenen Monate hat jetzt ein Ende – auch wenn die Politik in ihrer Sitzung am 6. Dezember noch gefragt wird.

Ein Abriss des alten Pfarrhauses am Kirchplatz in Korschenbroich ist kein Thema mehr: Das Tauziehen der vergangenen Monate hat jetzt ein Ende — auch wenn die Politik in ihrer Sitzung am 6. Dezember noch gefragt wird.

Das Rheinische Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverbands Rheinland (LVR) hat das komplette Pfarrhaus von 1858 in dem aktuellen Fachgutachten als "denkmalwürdig" eingestuft. Damit ist die Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt durch die Politik nur noch eine Formsache. Äußerst verschnupft über das Prozedere und über das Ergebnis aus Brauweiler ist allerdings der Kirchenvorstand (KV) der Pfarre St. Andreas Korschenbroich.

"Uns hat man vor vollendete Tatsachen gestellt. Es ist befremdend und nicht nachvollziehbar, dass die Kirchengemeinde über den offiziellen Begutachtungstermin nicht informiert und nicht dazu eingeladen wurde", fasst Rita Mielke als geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende den Unmut aller elf KV-Mitglieder zusammen. "Immerhin nahm der Bürgermeister persönlich an dem Termin teil und bat den zufällig auf dem Kirchplatz arbeitenden Küster, Dirk Wupper, um Zutritt zum alten Pfarrhaus."

Dem Kirchenvorstand, der am Donnerstagabend turnusgemäß getagt hat, lag das Gutachten der Denkmalbehörte noch nicht vor. Bis zur November-Sitzung wollen alle KV-Mitglieder die Unterlagen durcharbeiten.

Bereits 2005 kam die Denkmalbehörde nach einer Hausbegehung zum Ergebnis "nicht schutzwürdig". "Nun kommt die gleiche Behörde zum gegenteiligen Ergebnis, ohne überhaupt einen Fuß in das Haus gesetzt zu haben", so Mielke.

Für Ludger Sutthoff (LVR) ergibt sich daraus kein Widerspruch. Für ihn ist es einleuchtend: "Seit dem früheren Gutachten hat sich die Denkmalpflege entwickelt und neue Erkenntnisse nicht nur im Korschenbroicher Fall gewonnen." Rita Mielke wertet das als "dürftige Erklärung". Für den Kirchenvorstand ist klar: "Die Überlegungen, das Grundstück beispielsweise zur Tagespflege oder für betreutes Wohnen über einen Investor zu vermarkten, ist nun passé." Nicht alle freuen sich über den Denkmalschutz: "Es gibt viele, der Pfarre eng verbundene Gemeindemitglieder, die ihr Unverständnis und ihren Ärger artikuliert haben, und auch besorgt sind, wie es jetzt weitergeht."

(NGZ/rl)