Korschenbroich : Kinder werden Artisten

"Starke Kids in der Manege" – so heißt das Zirkus-Großprojekt, das das Jugendamt in Kooperation mit Schulen und Vereinen im Dezember startet. Das Ziel: Spaß zu haben und dabei Vertrauen und Selbstbewusstsein einzuüben.

Auf einer Wippe zu balancieren, sich auf die Schultern eines Mitschülers zu stellen oder sich an ein Trapez zu hängen – das alles kostet Überwindung, bringt aber auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Und genau an diesem Punkt wollen Kreisjugendamt und die verschiedenen Kooperationspartner mit ihrem Zirkus-Projekt "Starke Kids in der Manege" ansetzen.

Während Bezirksjugendpfleger Reinhard Giese (50), Theaterpädagoge "Pibi Glix" alias Peter Becker (51) und Clown-Frau Antoschka alias Ekaterina Riehn (55) bereits seit Februar am Konzept arbeiten, fällt das offizielle Startzeichen im Dezember. Dann bittet das Kreisjugendamt Lehrer, Ogata-Mitarbeiter, Eltern und Betreuer zum Wochenendseminar ins Feriendorf Hinsbeck. Sie werden dort nicht nur mit der "Faszination des Zirkus" vertraut gemacht: Die Teilnehmer sollen fit gemacht werden für mindestens sechs Schulprojektwochen und Ortsranderholungen. Gestartet wird Ostern 2011 in Glehn. Den Abschuss soll dann das Familienfest im September 2011 bilden, an dem über 1000 Kinder aus dem Kreisgebiet aktiv teilnehmen.

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Für weitere Aktionen ist das Team offen. "Wenn wir noch zusätzliche Sponsoren finden, können wir das Angebot entsprechend ausweiten", zeigte sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (54) gestern bei der Konzept-Präsentation in der Kleinenbroicher Maternuschule zuversichtlich. Ideen dazu fielen Giese direkt einige ein: "Firmen können für ihre Mitarbeiter eine komplette Vorstellung kaufen oder uns für ihre Sommerfestgestaltung verpflichten." Das Großprojekt wird mit 68 000 Euro kalkuliert. Davon steuert der Rhein-Kreis für die Kinder- und Jugendarbeit maximal 30 000 Euro bei. "Wir hoffen auch auf einen stattlichen Zuschuss von der Landessportjugend", so Siegfried Willecke (54), Geschäftsführer des Kreissportbundes. "Der Antrag ist schon unterwegs."

Zum Hintergrund: Bei der Zirkuspädagogik geht es in erster Linie um die Förderung der körperlichen und sozialen Entwicklung. Neben der Bewegung und der gesunden Ernährung sollen Kreativität, Konzentration, Disziplin und Selbstdarstellung eingeübt werden. Gleichgewicht und Ausdauer gehören ebenso zum Trainingsprogramm wie Anerkennung und Wertschätzung. Für Bezirksjugendpfleger Giese ist der Erwerb von Sozialkompetenz kombiniert mit der Gesundheitsförderung "die beste Form von Sucht- und Gewaltprävention". Zirkuspädagogik wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach eingesetzt – allerdings immer nur als Einmalprojekt und ohne Vernetzung von Schule, Ogata, Sportvereinen und Krankenkassen.

(NGZ)