Jüchen : Kinder basteln für ihre Eltern

Dass Mädchen und Jungen Heiligabend beschenkt werden, ist ein Ritual. Auch viele Jüchener Eltern können sich über Aufmerksamkeiten freuen. In vielen Kindertagesstätten wurde eifrig gebastelt. Warum Schenken wichtig ist.

Weiß-goldene Windlichter mit kleinen Goldtalern, liebevoll ausgestochene Plätzchen, Schneemänner aus Transparentpapier – nur einige Beispiele für die Präsente, die Jüchener Jungen und Mädchen ihren Eltern stolz an Heiligabend überreichen wollen. In vielen Kindertagesstätten und Familienzentren wurde eifrig gebastelt. "Wir achten darauf, dass das Geschenk ein kleines Geheimnis für die Eltern bleibt", sagt Vera Hütches (50), Leiterin des Kindergartens St. Martinus in Bedburdyck. Warum das Basteln für die Kleinen wichtig ist: "Sie lernen, dass es Spaß macht, etwas abzugeben."

"Wichtiger als das Ergebnis ist der Akt des Schenkens", sagt Verhaltenstherapeut Uwe Landwehr (50) aus Grevenbroich. "Schenken ist ein wichtiger Aspekt, um zu einem sozialen Wesen zu werden." Zudem stärke es das Selbstbewusstsein der Kinder, wenn die Eltern es mit Freude belohnen." Wichtig, um Enttäuschungen vorzubeugen: "Die Art des Präsents sollte auf den Entwicklungsstand abgestimmt sein." Als Vater eines sechsjährigen Sohnes weiß Landwehr, dass auch in vielen Grundschulen gebastelt wird – "weil die Kinder es wollen".

Im Stessener Familienzentrum feierten die Kinder den Weihnachtsgottesdienst rund um das Thema "Schatz". Dazu passen auch die Basteleien für Mütter und Väter: In einer kleinen Holzkiste, die den Namen des Kindes trägt, finden die Eltern ein in Gras oder Steine gebettetes Foto ihres "Schatzes". "Das Kind ist der Schatz in jeder Familie", meint Gisela Jansen. Wichtig sei, dass die Kinder aktiv mitarbeiten: "Sie sind so stolz auf ihre selbst hergestellten Sachen."

Auch Lieve Lopski, Leiterin des katholischen Kindergartens "Unserer Lieben Frau", legt viel Wert darauf, dass die Kinder selbst basteln. Hier wurden Einmachgläser mit Windowcolor gemalt. Mit Vogelsand, einem Teelicht, kleinen Goldsternen und Glitzer wurde daraus ein perfektes Windlicht.

Kalender, Windlichter und Bilder

Ein Jahreskalender wurde von den Kleinen in der Kelzenberger "Rappelkiste" gefertigt. Jeder Monat ist mit einem selbstgemalten Bild oder einer Bastelarbeit gestaltet. "Bei den Kindern bis drei Jahre haben wir Fotos verwendet, die wir hier im Kindergarten gemacht haben", erzählt Kerstin Seyben, Leiterin der Einrichtung.

Jetzt müssen die Kinder noch einmal schlafen, ehe sie beschenkt werden – und voller Stolz auch ihre Eltern beim Auspacken und Freuen beobachten können.

(NGZ)