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Ken Julian Oberließen nutzt die Corona-Pause als Chance, fit zu werden

Tischtennis : Die Corona-Pause als Chance nutzen

Ken Julian Oberließen, Tischtennis-Spieler des TTC BW Grevenbroich, arbeitet nach Knie-Operation am Comeback.

Die Sporthallen im Rhein-Kreis Neuss sind verwaist. Seit Anfang November müssen die Vereine draußen bleiben. Wegen der „zweiten Welle“ der Corona-Pandemie ist der Spielbetrieb in den Ligen unterbrochen. Im Tischtennis wird es auf Landesebene (WTTV-Bereich) in diesem Jahr keine Wettkämpfe mehr geben. Auch für den Trainingsbetrieb sieht es angesichts der aktuellen Corona-Lage nicht so aus, als sollte da in diesem Jahr in den Hallen im Rhein-Kreis noch etwas möglich sein. Die Bund-Länder-Gespräche von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten werden da wohl am kommenden Mittwoch schon den Handlungsrahmen für die Sportverbände vorgeben.

Die meisten fitten Spieler sehen sich in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt. Sie können nicht zeigen, was sie sportlich drauf haben und empfinden die Situation als Desaster. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Corona-Pause tatsächlich eine Chance für einen gesunden Neuanfang bietet. Es sind die Sportler, die an langwierigen Verletzungen laborieren und sich im normalen Alltag oft nicht genügend Zeit nehmen, diese vernünftig auszukurieren. Ken Julian Oberließen vom Tischtennis-NRW-Ligisten TTC Blau-Weiß Grevenbroich ist so ein Fall. Für den 30-jährigen ist es schon eine ganze Weile her, dass er seinen Sport unbeschwert ausüben konnte. „Ich hatte über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren immer wiederkehrende, diffuse Schmerzen im Knie, die zuletzt auch zu Entzündungen geführt haben. Eine gute Diagnose und damit auch Therapie war mit bildgebenden Verfahren schwierig.

Es waren Schädigungen am Innenmeniskus, an der Patella-Spitze und im Gelenkinneren zu sehen“, sagt Oberließen, der sich immer wieder konservativ behandeln ließ und dabei wenig Fortschritte machte. Sporadische Einsätze in seinem Team waren für den Genesungsprozess auch nicht förderlich. „Nach langer Überlegung und gescheiterten konservativen Behandlungen habe ich mich dann für einen operativen Eingriff entschieden. Die Operation wurde vor einem Monat durchgeführt und ist gut verlaufen“, sagt der Kreismeister  von 2018, für den die Corona-Zwangspause bezogen auf seine sportliche Ungeduld daher auch etwas Positives hat.

„Ich nutze die Saisonunterbrechung für die Rehabilitation und bin fast froh, dass ich nicht in Versuchung kommen kann, zu früh wieder einzusteigen. Aktuell stehen leichte Krankengymnastik und regelmäßiges Radfahren auf dem Programm. In wenigen Tagen werde ich mit sehr kurzen Laufeinheiten starten, die nach und nach intensiviert werden“, so Oberließen, der im fitten Zustand auch gerne mal ein Turnier nach dem anderen gespielt und es dabei oft bis ins Finale geschafft hat. Losgelöst von seinem persönlichen Schicksal sieht er die derzeitige Situation differenziert: „Unter dem Strich finde ich es schade, dass der Verband zu diesem Schritt gezwungen war. Ich glaube, jeder Tischtennisspieler sehnt sich nach regelmäßigen Wettkämpfen und auch ich würde mir wünschen, mal wieder in der Halle zu sein, wenn auch nur als Zuschauer. Es sind schwierige Zeiten, ich kann die Entscheidung gegen den Spielbetrieb völlig nachvollziehen. Meiner Meinung nach müssen die Entwicklungen der Corona Pandemie weiter verfolgt werden und es scheint mir nicht möglich, eine Zukunfts-Prognose zu stellen. Ich wünsche uns allen, dass die Saison noch beendet werden kann und bin optimistisch, dass ich dann auch noch zum Schläger greifen könnte.“

Bis zum ersten Auftritt seines Teams in der NRW-Liga bleibt auf jeden Fall noch einiges an Zeit. Das nächste Spiel der Blau-Weißen beim TTC BW Brühl-Vochem ist erst für den 7. März 2021 angesetzt.