Jüchen : Kelzenberger Wehr rüstet auf

Die Löschgruppe Kelzenberg hat erstmals ein nagelneues Löschfahrzeug bekommen. Bislang übernahmen die Kelzenberger alte Einsatzwagen anderer Löschzüge. Auch die neu errichtete Halle wurde jetzt eingesegnet.

Die Mitglieder der Löschgruppe Kelzenberg haben allen Grund, stolz zu sein: Bislang waren sie es gewohnt, die 15 Jahre alten Einsatzfahrzeuge von Löschzügen aus dem Gemeindetgebiet zu übernehmen.

Nun bekamen sie ein neues, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Fahrzeug. Mit kompletter Ausrüstung kostete es rund 250 000 Euro. Genutzt werden das neue Fahrzeug und die neue Halle bereits seit Monaten,jetzt wurden sie offiziell von Feuerwehrseelsorger Ulrich Clancett eingesegnet. Der Anbau der Halle und die Renovierung des Gerätehauses schlugen mit 210 000 Euro zu Buche.

Löschgruppenführer Paul-Heinz Müschen (62) hofft, dass sich gute Rahmenbedingungen bieten, um neue, junge Leute für das Ehrenamt bei der Feuerwehr zu begeistern. Aber auch der neue Feuerwehrwagen kommt an. "Du hast aber ein schickes Auto", bekam Müschen am Samstag immer wieder zu hören. Das 220 PS starke Mercedes-Fahrgestell wurde bei der österreichischen Firma Rosenbauer zum Feuerwehrfahrzeug aufgebaut.

Gebietsverkaufsleiter Markus Grünberg, selber Brandoberinspektor und ehemaliger Löschzugführer in Büttgen, machte auf Wunsch auf Besonderheiten des Fahrzeugs aufmerksam. Das Staunen beginnt, wenn die Schwenktreppe mit dem Öffnen der Türen ausfährt.

Eine Besonderheit ist auch der 1600 Liter Löschwasser fassende Tank in Verbindung mit der Feuerlöschkreiselpumpe. Während am Einsatzort ein Hydrant gesucht wird, kann unabhängig davon sofort mit dem Löschen begonnen werden. 45 bis 200 Liter Wasser pro Minute strömen durch den Schlauch, sodass der Wasservorrat an Bord im Schnitt für eine gute Viertelstunde ausreicht.

Die alte Halle ist zu Umkleideräumen und Duschen umfunktioniert worden — diese Räumlichkeiten stammen ebenso wie der Schulungsraum aus dem Jahre 1977. Norbert Lange, stellvertretender Kreisbrandmeister, wies auf die Entlastung hin, die die moderne Technik des neuen Feuerwehrfahrzeugs, das die Kelzenberger Löschgruppe in der Nähe von Linz abgeholt hatte, bedeutet: "Vor allem der Maschinist wird entlastet und kann sich stärker der Atemschutzüberwachung widmen."

Jürgen Steinmetz, der in Vertretung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke an der Feierstunde teilnahm, nannte die Investitionen "einen weiteren Beitrag zur Sicherheitsvorsorge im gesamten Rhein-Kreis Neuss". Bürgermeister Harald Zillikens sieht in der Investition eine Wertschätzung des Ehrenamtes. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sich Menschen bei der Freiwilligen Feuerwehr einbringen.

(NGZ)