Fußball : Keine Tore im Erftstadion

Unter dem Strich konnte der SC Kapellen mit dem 0:0 in der Fußball-Niederrheinliga gegen den hoch gehandelten Aufsteiger TuS Bösinghoven ganz gut leben. Allerdings war der SCK im eigenen Stadion dem Sieg näher.

Dass eine prominent besetzte Mannschaft keine Garantie für attraktiven und erfolgreichen Fußball bietet, dafür lieferte der TuS Bösinghoven gestern im Erftstadion einen neuerlichen Beleg ab.

Bis auf eine engagierte Phase zu Beginn der zweiten Spielhälfte hatte der Niederrheinliga-Aufsteiger nicht allzu viel zu bieten. Weil aber auch der gastgebende SC Kapellen gestern nicht seinen besten Tag erwischte und die sich bietenden Räume viel zu selten nutzte, endete die Partie 0:0.

"Das war insgesamt kein gutes Spiel. Wir haben mit zu wenig Entschlossenheit nach vorn gespielt und haben deswegen letztlich auch kein Tor gemacht", fand SCK-Trainer Markus Anfang. Irgendwie drängte sich der Eindruck auf, als hätten die Gastgeber bei ihren Offensivaktionen oft den Respekt vor den prominenten Namen auf Bösinghovener Seite als Bremse im Hinterkopf gehabt oder hätten oft gar nicht glauben wollen, wie viel Platz ihnen die Gäste teilweise ließen.

Vor allem vor der Pause blieb der TuS alles schuldig, was dem Anspruch gerecht werden könnte, im oberen Tabellendrittel mitspielen zu können. Weder der lange Ex-Profi Robert Palikuca als einziger Stürmer noch die offensiven Mittelfeldspieler Kevin Dauser und Florian Meier konnten auch nur einen Hauch von Gefahr verbreiten. Viel zu behäbig war der Spielaufbau gegen die in der defensive sicher stehenden Kapellener.

Ein abgefälschter Schuss von Daniel Palac, der zur Bogenlampe mutierte und von SCK-Keeper Stefan Offermann über die Latte gefaustet wurde, war der einzige Arbeitsnachweis der Offensive in den ersten 45 Minuten. "Da sind wir einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben ohne jede Aggressivität gespielt", meinte TuS-Coach Wolfgang Jeschke nach der Partie. Dass ihm das nicht passte, hatte er in der Halbzeit offenbar unmissverständlich zum Ausdruck gebracht.

Denn begleitet von einer taktischen Änderung, nur noch mit einem defensiven Mittelfeldspieler vor der Abwehr zu agieren, erhöhten die Gäste die Schlagzahl, störten im Mittelfeld wesentlich früher. Doch bis auf zwei letztlich harmlose Aktionen von Palikuca fehlte nach vorn weiter jede Durchschlagskraft.

Die Kapellener rückten zwar bei ihren Offensivaktionen meist nicht schnell genug nach, so dass auch sie selten richtige Gefahr ausstrahlten. Dennoch waren sie dem Sieg näher und hatte die besseren Chancen. Einmal verweigerte der Schiedsrichter einen klaren Elfmeter, als Bösinghovens Stefan Galster einen Kopfball von Robert Niestroj oberhalb seines Kopfes mit der Hand abblockte (61.), ein anderes Mal hatte Sven Raddatz Stürmer Eduard Ungefug schön freigespielt.

Doch Ungefug jagte das Leder aus 13 Metern mit voller Wucht deutlich über das Tor. Selbst als die Gäste nach einer Gelb-Roten Karte für Lazarus Iliadis fast 15 Minuten in Unterzahl agierten, passierte nur noch wenig.

(NGZ)