Korschenbroich : Keine Antenne nach Liedberg

Liedberg Bis 2013 sollen für die Einführung des digitalen Behördenfunks in ganz Deutschland 5000 Sendemasten installiert werden. Geplant war zunächst auch, eine Antenne in Liedberg aufzustellen, was zum Jahreswechsel eine handfeste politische Kontroverse zu entfachen drohte.

Sie wird nicht wieder neu aufleben, wie am Montag Wolfgang Beusa, Sprecher des NRW-Innenministeriums, deutlich machte: "Liedberg und Umgebung sind kein Thema in der Planung mehr. Eine Basisstation wird hier nicht benötigt. Etwaige Unterschriftenaktionen können nun eingestellt werden."

Im Gespräch für die Aufstellung einer Antenne war nach Auskunft des Beigeordneten Rudolf Graaff ursprünglich die Windges Mühle, wobei allerdings von Beginn an Bedenken herrschten, weil das Gebäude seit 1991 unter Denkmalschutz steht.

Vom örtlichen CDU-Stadtratsmitglied Reinhard Brieske kam der Vorschlag, die Antenne statt in Liedberg doch besser in einer der bestehenden Konzentrationszonen für Windkrafträder zu postieren — was etwa aus Lüttenglehn postwendend zurückgewiesen worden war, wo sich die Bürger bereits genug durch die Windräder geplagt sehen.

Der Glehner Unternehmer Paul Baumeister hatte daraufhin sogar angeboten, die Antenne auf dem Gelände seiner Firma Baumeister-Trabandt im Glehner Industriegebiet Glehn-Ost aufzustellen, wo sich ohnehin bereits zwei Funkmasten befinden.

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Laut Wolfgang Beus waren es neue Messungen der Planer im Rahmen der landesweit immer noch laufenden Standort-Akquise, die letztlich ergeben haben, dass in Liedberg entgegen bisherigen Annahmen nun doch kein Bedarf für eine Antenne besteht.

Im Rahmen des nach den Worten von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble "derzeit größten technischen Modernisierungsprojekts in Deutschland" sollen die Funknetze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten durchgreifend optimiert werden. Überlastete Funknetze bei Großeinsätzen würden dann endgültig der Vergangenheit angehören und auch dem beliebten Abhören des Behördenfunks durch Radioamateure könnte so ein wirksamer Riegel vorgeschoben werden.

Die Feuerwehren etwa sollen mit der Einführung des digitalen Behördenfunks eigene Frequenzen erhalten, wobei diese bei Bedarf auch einzelnen Löschzügen zugewiesen werden könnten. Auch der Umgang mit der Technik würde vereinfacht: Digitale Sendeempfänger werden dann nur noch die Größe eines Handys haben.

"Ich freue mich, dass uns eine dem historischen Ortskern angepasste Umgebung erhalten bleibt", macht Reinhard Brieske aus seiner Genugtuung über die Nachricht aus Düsseldorf kein Hehl. "Wir haben stark dagegen protestiert, dass so etwas hier im denkmalpflegerischen Bereich überhaupt angedacht werden kann", verweist er auf die von ihm und seinem CDU-Ratskollegen Harry Pfeifer geübte, vehemente Kritik an den bisherigen Planungen.

Gerade auch mit Blick auf das gerade neu in Schuss gebrachte Schloss Liedberg sei "jede Maßnahme, die sich negativ auf das Ortsbild auswirkt", von vornherein auszuschließen, ist Reinhard Brieske überzeugt, der überaus erleichtert darüber ist, dass es nun "keine Störfaktoren durch eine solche Maßnahme mehr geben wird".

(RP)