Korschenbroich : Kein Internet in Drölsholz

Während in Liedberg und Steinhausen das Internet vielfach im Schneckentempo arbeitet, gilt Drölsholz sogar als "weißer Fleck". Eine Initiative will mit Fördergeldern den Zugang zu Privathaushalten beschleunigen.

Wenn Frank Wiedemeier (42) zuhause arbeiten möchte, hat er nur eine Möglichkeit: Der Drölsholzer geht mit seinem Laptop in den Garten und setzt sich in den Sandkasten. Ansonsten hat er, der als Selbständiger in Düsseldorf eine Agentur für Kommunikationswesen betreibt, keine Chance das Internet zu nutzen. Von schnellen Internetleitungen können er und viele Bürger in Drölsholz nur träumen. Gleiches gilt auch für viele Bürger in Liedberg und Steinhausen. Das will jetzt die Bürgerinitiative "DSL-DröLieStein" ändern. Ihr erklärtes Ziel: "Drölsholz darf kein weißer Fleck bleiben."

Auch für Gerd Cattelans (56) klingen flotte Werbesprüche der Telekom ("Endlos surfen") für ihr DSL-Angebot reichlich höhnisch. Wenn der IT-Dienstleister etwas von Drölsholz in sein Düsseldorfer Büro versenden möchte, dauert es ewig. Diese Benachteiligung stören ihn und Michael Schlepütz (56) schon lange. Seit über einem Jahr kämpfen die Nachbarn für ein "schnelles Internet — auch für Drölsholz". Mit dabei sind jetzt auch Frank Wiedemeier (42) und Markus Giehl (32).

  • Ein sicherer Rückhalt: Torhüter Benjamin Ludorf.
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Die Vier vom Fliethbach haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen: "Nur gemeinsam können wir etwas bewegen." Sie sprechen von einem herben Wettbewerbsnachteil für Geschäftsleute, Selbstständige, Private, Jugendliche und Kinder: "Ein stabiler Internetanschluss von mindestens sechs Megabyte gehört doch heute schon zur Grundversorgung", sind sich die Drölsholzer einig. Dass die Schülerin Sybille nach Schulschluss erst ins Büro ihrer Mutter fährt, um von dort aus ihre elektronischen Hausaufgaben zu lösen, ist für Gerd Cattelans inakzeptabel. Ebenso das, was Susanne Seidel tut. "Sie fährt regelmäßig zu ihrem Vater nach Epsendorf, um sich dort ihre Daten herunterzuladen", setzt Cattelans die Reihe der Negativ-Liste fort.

Bürgermeister Heinz Josef Dick, dem die Sorgen bekannt sind, sieht Handlungsbedarf. Er hofft, "dass sich die drei betroffenen Ortsteile mittelfristig ans DSL-Netz anbinden lassen". Um das Kabellängenproblem vor Ort zu lösen, wurde unlängst im Hauptausschuss ein Angebot der Telekom angesprochen. Kostenfaktor: rund 150 000 Euro. Die Lösung für den Bürgermeister kann nur ein Landesförderprogramm für Privatpersonen sein. Dick spricht von einer möglichen Zuschusshöhe von 90 Prozent. Allerdings braucht er dafür eine Bedarfsanalyse: "Den Antrag muss dann die Stadt vorbereiten."

Und damit die Stadt zeitnah ihre Infos bekommt, startet die Bürgerinitiative noch zum Jahreswechsel eine Befragung. Entsprechende Handzettel werden ab heute in den drei Orten verteilt. Bis Ende Januar haben die Bürger dann Zeit, ihre Antworten zur Analyse beizusteuern. Initiativen-Sprecher Cattelans: "Hoffentlich machen viele mit."

(NGZ)