Fußball : Kaum Zeit zum Luftholen

Zum Abschluss der englischen Woche müssen die beiden Vertreter des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss in der Oberliga Niederrhein am Sonntag wieder auswärts ran: Der SC Kapellen tritt als Tabellenzweiter beim TV Jahn Hiesfeld an, der noch sieglose SV Uedesheim ist in Fischeln gefordert.

Zwei Spiele, ein Punkt, das ist die magere Ausbeute des SV Uedesheim nach den ersten Auftritten in der Oberliga Niederrhein. Damit ist der Neuling immerhin besser als die höher eingeschätzten Rivalen VfB Speldorf, SV Hönnepel-Niedermörmter, SW Essen und RW Oberhausen II, die bislang komplett leer ausgegangen sind.

Trotzdem interessiert SV-Trainer Ingmar Putz vor dem Gastspiel am Sonntag (15 Uhr, Anlage an der Kölner Straße) beim überraschend stark gestarteten Aufsteiger VfR Fischeln (vier Punkte) das Tabellenbild nicht die Bohne. Viel wichtiger sei, findet er, "dass die Jungs sehen, sie können mithalten".

Als Beispiel dient ihm die 0:1-Heimniederlage vom Mittwoch gegen den Aufstiegskandidaten TuRU Düsseldorf. "Natürlich waren die uns von der Spielanlage her überlegen, aber in der zweiten Hälfte habe ich uns besser gesehen." Freilich zeigte der Spielverlauf nach der Pause genau das größte Manko des Oberliga-Frischlings auf.

Putz: "Genau in der Phase, wo wir eigentlich am Drücker sind, kassieren wir nach einer Ecke das Tor." Eine Konzentrationsschwäche, die der Ex-Profi seinen Mannen (noch) durchgehen lässt. "Die Jungs müssen einen hohen läuferischen Aufwand betreiben, sie sind halt nicht so ausgebildet wie andere Spieler in der Liga".

Gegen den VfR Fischeln, der die Ausfälle der Leistungsträger René Hebold (kickte auch schon in Kapellen) und Kapitän Stephan Mass bislang locker weggesteckt hat, wird Putz die Startformation erneut verändern. Lars Faßbender (gegen Düsseldorf wegen leichten Fiebers geschont) und Kani Taher (kam erst zur zweiten Hälfte) werden wohl in die erste Elf zurückkehren. Auch Kapitän Özkan Teke ist nach abgelaufener Rotsperre wieder dabei. Mo Salou hat den Coach am Mittwoch überzeugt.

Auf den SC Kapellen wartet im ebenfalls mit zwei Siegen gestarteten TV Jahn Hiesfeld ein ganz dicker Brocken. Dass der letzte Auftritt seiner Truppe in Dinslaken mit einem 6:1-Sieg geendet hatte, spielt für Trainer Markus Anfang keine Rolle. "Dieses Spiel ist meilenweit entfernt — das war eine andere Saison und sogar eine andere Liga."

Er sieht die gut verstärkten Hausherren als klarer Favorit: "Von den Grundvoraussetzungen her werden wir mit denen nie auf einer Stufe stehen." Besonders schlimm sei das zwar nicht, fügt er hinzu, allerdings müsse man damit leben, "dass die Sache auch mal schiefgehen kann".

Den Blick aufs Personal würde sich der Trainer am liebsten ersparen. Nun wurde auch noch Alexander Sitter am Sprunggelenk operiert und fällt damit wohl für weitere acht Wochen aus.

Die seit Wochen ungeschlagenen Gastgeber, die auch in der Vorbereitung fünf ihrer sieben Spiele gewinnen konnten, strotzen derweil vor Selbstvertrauen. Brandgefährlich ist vor allem der zum Saisonstart gleich zweimal erfolgreiche Ex-Speldorfer Thomas Pütters.

(NGZ)