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Jüchen: Katholische Kita wird für U3 aufgestockt

Jüchen : Katholische Kita wird für U3 aufgestockt

In die Kita "Unserer lieben Frau" werden etwa 380 000 Euro für U3-Ausbau investiert. Die Kehrseite: Es gibt keine Plätze für ältere Kinder.

Der wievielte Umbau jetzt für sie und ihre Kindertagesstätte "Unserer lieben Frau" beginnt, das weiß deren Leiterin Lieve Lopski gar nicht mehr. Doch es wird auf jeden Fall derjenige sein, der das Gesicht der katholischen Einrichtung an der Alleestraße deutlich verändern wird: Das Gebäude am Hang erhält über dem Flachdach des Jugendheims einen Aufbau auf Stelzen — auch für Architekt Norbert Bollesen "eine ungewöhnliche Lösung". Investieren werden das Erzbistum Aachen und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zwischen 350 000 und 380 000 Euro. Beide Partner übernehmen je die Hälfte.

Nach dem U3-Ausbau erhält der katholische Kindergarten einen Aufbau auf Stelzen. Foto: BoLlesen

Beim Erzbistum reagiert man damit, so erläutern Regionaldekan Ulrich Clancett und Ralf Cremer, Koordinator für Kindergärten in der "Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Jüchen", auf die geänderten gesellschaftlichen Bedingungen. So steige auch in Jüchen die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren. Und die Kita "Unserer lieben Frau" ist dabei laut Leiterin Lieve Lopski "sehr beliebt: Schon Generationen aus Jüchener Familien besuchen diese 1954 an der Alleestraße gegründete Einrichtung".

Was der Umbau bringen soll: statt bisher sechs künftig 18 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Zurzeit besuchen 60 Kinder die Kita, 54 davon sind älter als drei Jahre. Und für diese Älteren bedeutet der U3-Ausbau einen Mangel, denn die Gruppen werden kleiner: "Für die Ü3-Kinder gibt es lange Wartelisten. Ich kann aber bereits jetzt keine weiteren mehr aufnehmen", bedauert Lopski. Was ihr allerdings auch nicht möglich ist: Eventuell freibleibende U3-Plätze für ältere Kinder zu nutzen. "Das ist gerade für Familien schwierig, in denen ein Kind bereits unseren Kindergarten besucht, wir für das Geschwisterkind aber keinen Platz haben."

Architekt Norbert Bollesen hat mit dem Aufbau auf Stelzen eine Lösung gefunden: "Das Flachdach allein könnte die zusätzliche Last nicht tragen." Wie bereits der Anbau, der vor drei Jahren für einen Gruppenraum mit Neben- und Schlafraum, Personalraum und WC geschaffen wurde, soll auch die neue Erweiterung von außen weiß gestaltet werden: "Beide Anbauten sollen dann eine Einheit bilden", erläutert Bollesen.

Neu geschaffen werden im ersten Stock ein Gruppenraum mit Neben- und Schlafraum sowie ein weiterer Neben- und Schlafraum. Insgesamt kann künftig in allen drei Gruppen Nachwuchs unter drei Jahren aufgenommen werden — und dieser braucht entsprechende Räumlichkeiten.

Bauarbeiter werden ab sofort zunächst die Ferienpause der Kita für eine Sanierung nutzen. Das zentral gelegene Badezimmer soll mit kindgerechten Sanitärelementen, Wickelplatz und Dusche ausgestattet werden. Im Herbst sollen dann die umfangreicheren Arbeiten für den U3-Umbau beginnen. "Zum Start des Kita-Jahres 2014/15 im August wollen wir fertig sein", erläutert der Architekt.

(NGZ)