Fußball : SC Kapellen patzt auch im zweiten Spitzenspiel

Nach der herben 2:5-Pleite gegen den TVD Velbert hat der SCK die Tabellenführung der Fußball-Landesliga verloren.

Kapellen Fußball ist ein Ergebnissport. Und nachdem der SC Kapellen nach dem 1:5-Debakel gegen den Cronenberger SC nun bei der 2:5-Pleite (2:4) gegen den TVD Velbert binnen zwei Wochen auch das zweite Spitzenspiel der Fußball-Landesliga im heimischen Erftstadion vergeigt hat, lässt sich zu Recht festhalten, dass er die Tabellenführung nicht verdient hat. Ganz teilen wollte Jörg Ferber, Sportlicher Leiter des SCK, diese Einschätzung aber trotzdem nicht: „Klar, wir haben heute verdient verloren, weil wir uns in vielen Szenen nicht gut angestellt haben. Aber dieses Spiel hätte auch genauso gut in die ganz andere Richtung verlaufen können.“

Ganz unrecht hatte Ferber, der für den mit Fieber im Bett liegenden Trainer Oliver Seibert zum zweiten Mal in dieser Saison verantwortlich an der Seitenlinie stand, damit nicht. In einem Topspiel, das seinem Namen alle Ehre machte und mit Tempo, Härte, Technik und Toren bestach, schenkten sich beide Mannschaften nichts. Ihre individuelle offensive Klasse konnten Kapellen und Velbert gegenseitig nicht stoppen. Der große Unterschied: Während der SCK seine Möglichkeiten nicht verwertete, bestraften die Gäste jeden der zahlreichen Kapellener Fehler eiskalt. „Wir laden den Gegner da zu oft zum Toreschießen ein. Und eine gute Mannschaft wie Velbert nutzt das sofort aus“, monierte Ferber.

Dabei begann das Spiel für seine Elf optimal: Einen langen Ball erwischte der pfeilschnelle Manu Ioannidis – zumindest nach Meinung des Schiedsrichters Sven Schreiber – gerade noch so auf der Grundlinie, seine Flanke nutzte Jannik Schulte schon nach vier Minuten zur 1:0-Führung. Die sollte freilich nicht lange halten. Nach einem klaren Foul von Robert Wilschrey im Strafraum traf Giuseppe Raudino vom Elfmeterpunkt (9.), keine zwei Minuten später war er nach einem Einwurf von Ivo Zlatic erneut zum 2:1 zur Stelle. Ferber war verärgert, hatte er vor den flankenartigen Würfen Zlatics doch vorher ausdrücklich gewarnt: „Wir wussten, dass die Einwürfe lang in den Strafraum kommen, trotzdem stehen wir da total unsortiert. Das darf so nicht passieren.“

Kapellen konterte mit einem weiteren von Ioannidis ganz stark erlaufenen Ball, diesmal vollstrecke Can Yücel im Zentrum zum Ausgleich (23.). Auftrieb gab das jedoch nicht: Alex Fagasinski gewann bei seinem Sololauf zum Velberter 3:2 gleich drei Zweikämpfe (34.), Verteidiger Maik Bleckmann kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte erstaunlich frei zu seinem Kopfball zum 4:2. „Selbst dann hätten wir noch ausgleichen können“, fand Ferber. Schließlich vergaben in Hälfte zwei Nils Mäker aus kurzer Distanz, Wilschrey per Elfmeter (49.) und Alexander Hauptmann aus spitzem Winkel drei glasklare Chancen. Erfolgreich war allerdings nur noch der TVD, für den Ismail Agic per Konter eiskalt auf 5:2 stellte (67.).

„Das klingt bei so einem Endstand vielleicht blöd“, meinte Ferber, „aber wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen jetzt schleunigst gucken, dass wir unsere individuellen Abwehrfehler abstellen.“ Im Hinblick auf seinen kranken Trainer war er überzeugt: „Ich bin mir sicher, dass Olli das am Dienstag im Training richtig analysieren wird. Wobei seine Temperatur sicher noch mal hoch gegangen ist, als er gerade das Ergebnis gesehen hat.“

Mehr von RP ONLINE