Fußball : Kapellen zurück im Liga-Alltag

Nachdem der Pokaltraum gegen Velbert geplatzt ist, stehen für den SC Kapellen in der Fußball-Niederrheinliga anstrengende Wochen an. Heute geht's zum wichtigen Nachholspiel gegen Schlusslicht SC Düsseldorf-West.

Kapellen Dass ihm die Halbfinalniederlage im Fußball-Niederrheinpokal nicht geschmeckt hat, daraus macht Markus Anfang keinen Hehl. "Doch enttäuscht sind wird nicht", meint der Trainer des SC Kapellen. Vielmehr gelte es jetzt wieder, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das ist nun mal der Alltag in der Niederrheinliga, der heute Abend (19.30 Uhr) mit dem so wichtigen Nachholspiel beim Schlusslicht SC Düsseldorf-West beginnt. Von der Tabellenkonstellation her eine große Chance, weitere Punkte zu sammeln, um den Abstand zur Abstiegszone konstant zu halten oder sogar zu vergrößern.

Wären da nicht die anhaltenden Personalprobleme, die sich nach dem Pokalmatch gegen Velbert weiter verschärft haben. Von der komfortablen Situation kurz nach der Winterpause, aus dem Vollen schöpfen zu können, sind die Erftstädter wieder meilenweit entfernt. Beim gegen Velbert ausgewechselten Frederik Leufgen sind die Schmerzen im lädierten Sprunggelenk so schlimm, dass ihm der Arzt eine Pause verordnete. Abwehrspieler Arthur Graf musste wegen muskulärer Probleme vom Feld, sein Einsatz heute ist fraglich. Weil auch hinter der Einsatzbereitschaft von Außenverteidiger Simon Kozany wegen Schmerzen in der Halswirbelsäule ein Fragezeichen steht, sehnt Trainer Markus Anfang die Rückkehr von Kapitän Stefan Dresen herbei. Er wollte nach überstandener Grippe gestern wieder ins Training einsteigen.

In die aktuelle Personalmisere passt, dass aus privaten Gründen kurzfristig auch Co-Trainer Christoph Senf nicht mehr zur Verfügung steht. Seine Aufgaben soll Torwarttrainer Manfred Benske, so weit möglich, mit übernehmen. "Dass Christoph uns verlässt, ist ein herber Schlag. Aber er weiß, dass die Tür für ihn aufsteht, wenn sich seine Situation ändert", betont Markus Anfang, der sich den Optimismus trotz aller Unbilden aber nicht nehmen lässt: "Wir sind auch so in der Lage, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen."

Zwischen den Zeilen lässt sich beim SCK-Trainer auch heraushören, dass er angesichts der aktuellen Lage in seiner Mannschaft auch ganz gut damit leben könnte, wenn es am Ende nur zu einem Remis reicht. Zumal er die Hausherren für stärker hält, als es ihr Tabellenplatz vermuten lässt. Jedenfalls haben die Düsseldorfer nach zwei Siegen aus den zurückliegenden drei Partien wieder neue Hoffnung geschöpft. Aber auch Harald Becker, Coach der Düsseldorfer, hat gehörigen Respekt vor dem heutigen Gegner: "Kapellen ist für mich die Mannschaft der letzten Spiele. Die haben sich unten richtig freigeschwommen."

(NGZ)