Fußball : Kapellen zehn Minuten zu naiv

Nach einem vielversprechenden Start ins Spiel gab Fußball-Niederrheinligist SC Kapellen die Partie bei TuRU Düsseldorf in wenigen Minuten aus der Hand. Letztlich fehlte die Frische, um am 0:3 noch etwas zu ändern.

Düsseldorf Nach den starken Leistungen am Sonntag zuvor gegen Hiesfeld und die U21 des Wuppertaler SV am Mittwoch war der SC Kapellen gestern in der Fußball-Niederrheinliga mit berechtigten Hoffnungen nach Düsseldorf gereist, auch vom Titelanwärter TuRU etwas Zählbares mitzunehmen. Doch weil die Kapellener es nur gut 20 Minuten schafften, das hohe Niveau der jüngsten Spiele zu wiederholen und sich dann innerhalb von zehn Minuten drei Tore einschenken ließen, mussten sie die Heimreise mit einer deutlichen 0:3-Niederlage (0:3) im Gepäck antreten.

War es beim knappen 1:2 im Hinspiel noch die individuelle Klasse von TuRU-Stürmer Miguel Lopez Torres gewesen, die den Unterschied ausgemacht hatte, so war es gestern Mittelfeldspieler Oliver Hampel, der den Düsseldorfern fast im Alleingang den Sieg bescherte. Nach einer Anfangsphase, in der die Erftstädter den Gastgebern mit ihren Stärken Laufbereitschaft, frühes Stören, aggressives Zweikampfverhalten, taktische Disziplin und gefährliche Konter das Leben ziemlich schwer gemacht hatten, war es nämlich Hampel, der praktisch aus dem Nichts per direkt verwandeltem Freistoß aus 18 Metern die Führung für den Favoriten erzielte (24.). Das Ärgerliche dabei war, dass Schiedsrichter Alexander Hoff den Freistoß nie und nimmer hätte pfeifen dürfen, denn als Kapellens Alexander Sitter den Ball vor dem Strafraum wegschlagen wollte, hielt ein TuRU-Spieler von hinten den Fuß in Sitters Schussbewegung und wurde zwangsläufig getroffen. Hampel nahm nicht nur das Geschenk an, sondern auch das von SCK-Torwart Stefan Offermann, der nicht rechtzeitig im Torwarteck war. Ein Tiefschlag für den SCK, der zuvor bei zwei guten Einschussmöglichkeiten von Eduard Ungefug (4.) und Kevin Scholz (16.) selbst hätte in Front gehen können.

Dann war es eine gewisse Naivität, die die Kapellener endgültig auf die Verliererstraße brachte. Denn zunächst schafften sie es nicht, Hampel bei einem quergelegten Ball am Strafraum am Schuss zu hindern, wofür der sich mit einem satten, aber nicht unhaltbaren Schuss zum 2:0 bedankte (33.). Mitten in die Schockstarre der Gäste legte erneut Hampel nach einem schönen Spielzug aus kurzer Distanz das 3:0 nach (34). Nach diesen Rückschlägen war es nur allzu verständlich, dass dem SCK mit den schweren Spielen in den Beinen die physische und geistige Frische fehlte, um noch etwas zu bewirken. Immerhin waren die Spieler nach dem Wechsel sichtlich bemüht, eine noch höhere Niederlage zu vermeiden. Dass ihnen das gelang, freute ihren Trainer: "Die Reaktion meiner Mannschaft hat mir gefallen", meinte Markus Anfang, der mit seinem Team nicht unzufrieden war: "Der Spielverlauf war sehr unglücklich. Wir müssen 1:0 in Führung gehen, dann macht nur Hampels Klasse den Unterschied aus."

(NGZ)