Fußball : Kapellen vor dem Tor zu lässig

Der Fußball-Niederrheinligist musste beim 1:2 gegen den VfL Rhede die dritte Niederlage in Folge hinnehmen. An Torchancen mangelte es der geschwächten Elf von Trainer Markus Anfang aber keinesfalls.

Kapellen Der SC Kapellen zollt den vielen englischen Wochen in der Niederrheinliga derzeit Tribut. Beim 1:2 (Halbzeit 0:1) gegen den VfL Rhede litt der SCK neben den zahlreichen Verletzten auch an der fehlenden Frische. "Wir gehen momentan am Krückstock", erkannte auch Trainer Markus Anfang. Ein Umstand, den die unter der Woche spielfreien Gäste gnadenlos auszunutzen wussten.

So ließ der vor Anpfiff punktgleiche VfL die Kapellener vor 240 Zuschauern im Erftstadion anrennen und beschränkte sich seinerseits auf das Nötigste. Genau das richtige Mittel gegen den zunächst ideenlosen SCK, der erst nach einer halben Stunde ins Spiel fand. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:0 für die Gäste, Eray Tuncel hatte mit einem trockenen Flachschuss aus 25 Metern getroffen. In der Folge rissen die Gastgeber das Ruder aber an sich. Benjamin Schütz, Sven Raddatz und der äußerst aktive Sven Raddatz hätten noch vor der Pause den Ausgleich erzielen müssen. "Ich habe bei meiner Mannschaft lange Zeit die Leidenschaft und den Kampf vermisst. Das konnten wir leider nicht zeigen", war Anfang enttäuscht.

Abgesehen von dieser kurzen Druckphase lief bei den Gastgebern aber kaum etwas zusammen, vor allem Gabriel Czajor leistete sich in der Mittelfeldzentrale einige Abspielfehler. Nach vorne suchte Kapellen sein Glück gegen die baumlangen Innenverteidiger zu oft in langen Bällen.

Ähnlich lief es auch nach der Pause. Kapellen begann erneut behäbig und fing sich nach einer Ecke das 0:2 durch Nicolas Wigger (54.). Dieses mal sollte es bis in die Schlussphase dauern, ehe dem VfL-Keeper Maik Welling noch einmal Gefahr drohte: Der Schuss von Kevin Scholz, der sich zuvor durch die Abwehr gewuselt hatte, ging aber über den Kasten. Erfolgreicher war Eduard Ungefug kurz darauf, sein Treffer in der Nachspielzeit fiel aber zu spät. Ein Tor, das längst überfällig war, vertändelte der Stürmer zuvor doch in zahlreichen Situationen gute Möglichkeiten lässig.

Insgesamt wäre ein Punkt für die Gastgeber verdient gewesen, da Rhede bis auf die beiden Tore und eine gute Kontergelegenheit kurz vor Schluss keinerlei Offensivbemühungen verzeichnen konnte. "Wir waren die klar bessere Mannschaft", ärgerte sich auch Anfang. Trotz allem Bemühen fehlte dem SCK aber neben der besagten Frische die Cleverness und die Souveränität.

Zeit zum Verschnaufen bleibt aber keine: Bis Ende Mai stehen noch neun Spiele auf dem Plan, der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt im schlechtesten Fall nur noch sieben Zähler. Kürzer wird die Liste der Verletzten währenddessen sicher nicht.

(NGZ)