Fußball : Kapellen setzt auf Jugendstil

In der vergangenen Saison hatte der Niederrheinligist trotz größter Personalprobleme stets die Ruhe bewahrt. Auch in dieser Spielzeit baut der Vorzeigeklub unter Trainer Markus Anfang konsequent auf den eigenen Nachwuchs.

Spektakulär geht es beim SC Kapellen höchstens auf dem Platz zur Sache. In der Transferpolitik geht die klare Nummer eins unter den Fußballvereinen im Rhein-Kreis Neuss auf Nummer sicher, dreht die Führungsmannschaft mit Jupp Breuer an der Spitze jeden Cent zweimal um.

Und baut dabei mit einer schon bewundernswerten Konsequenz auf den eigenen Nachwuchs. "Vier Mannschaften in der Niederrheinliga — das ist schon eine Leistung", stellt Breuer nicht ohne Stolz fest.

Der Weg der Talente führt in einer geraden Linie von den C-Junioren, die das Ticket für die Niederrheinliga so gut wie in der Tasche haben, über die bereits qualifizierten B- und A-Junioren direkt in den Seniorenbereich. Dass die in der Bezirksliga kickende Zweitvertretung nach dem Abgang des erfolgreichen Trainers Carlos Perez (zum TSV Bayer Dormagen) nahezu komplett neu formiert werden muss, bringt Breuer darum nicht aus dem Gleichgewicht.

"Da hat es Unstimmigkeiten gegeben, aber da muss sich der Verein keine Vorwürfe machen", erklärt er. Acht Akteure, die von der C-Jugend an in der Niederrheinliga gespielt haben, rücken in dieser Saison auf. Zwei — George Madatsidis und Berkant Jumerovski, die es mit ihrer Truppe immerhin bis ins Finale des Niederrheinpokals gebracht hatten — sind fest für den Kader der ersten Mannschaft vorgesehen. "Von den Jungs verspreche ich mir einiges", sagt Breuer.

Oliver Seibert, zurück vom Ligarivalen 1. FC Viersen, ist als neue Nummer zwei hinter Stammtorwart Stefan Offermann gebucht, da Tim Beltermann zur "Zweiten" zurückkehrt. David Rittmann (Landesliga), Martin Hermel (Bezirksliga) und Stefan Korol (Kreisliga A) dagegen sollen in Kapellen in die Fußstapfen von Kickern wie Valentin Rittmann, Robert Niestroj oder Stefan Offermann, die sich allesamt aus unteren Ligen ins SCK-Team gearbeitet haben, treten.

Die Abgänge sind überschaubar: Leid tut es Breuer vor allem um Gabriel Czajor, der seinen Beruf mit einem Studium verbunden hat, und darum nur noch eingeschränkt trainieren kann: "Ein ganz korrekter Junge, der sowohl fußballerisch als auch menschlich zu uns gepasst hat." In Baumberg bleibt ihm zumindest die Fahrerei erspart.

Abgeschlossen ist die Personalplanung damit noch nicht. "Aber wir wollen nur Leute, die uns verstärken, wo wir wissen, dass das funktioniert", schränkt Breuer in Abstimmung mit dem noch bis morgen im Urlaub weilenden Trainer Markus Anfang ein. "Spieler für Positionen zu holen, die wir auch aus den eigenen Reihen besetzen können, bringt nichts.

(NGZ)