Fußball : Kapellen krönt tolle Saison

Mühsam zwar, aber hochverdient setzten sich die als haushohe Favoriten ins Kreispokalfinale gegen den BV Wevelinghoven gegangenen A-Junioren des SCK mit 2:0 durch. Das i-Tüpfelchen auf eine außergewöhnliche Saison.

Kapellen Als der coole Pierre zehn Minuten vor Schluss den Ball auf den Elfmeterpunkt legte, schaute sein als Trainer in Diensten des SC Kapellen stehender Vater Ricardo Schnock gar nicht hin. "Das ist so ein Spiel, in dem auch das schiefgeht", unkte er. Doch sein Sprössling behielt die Nerven und erlöste mit seinem Treffer die als turmhohe Favoriten ins Endspiel des Kreispokals gegangenen A-Junioren des SCK. Am Ende hieß es am "Tag des Jugendfußballs" 2:0 (Halbzeit 0:0) für den Niederrheinligisten.

Dass nach Rang drei in der Liga und dem Erreichen des Finales im Niederrheinpokal gegen RW Essen (1:2 nach Verlängerung) als Krönung der Kreispokal in den Trophäenschrank des SCK wandern würde, darauf hatte im Erftstadion lange nicht allzu viel hingedeutet. Sicher, das Spielgerät hielt sich zumeist in den Reihen der Gastgeber auf, doch richtig in Gefahr kam der BVW, der die Saison in der Leistungsklasse nur auf dem vorletzten Rang abgeschlossen hatte, selten. Nach einem an Höhepunkten reichen Jahr wirkte das von Kapitän Thomas Kostakis angeführte Team leer. "Wir konnten den Hebel nicht mehr umlegen", haderte Schnock.

So dauerte es 25 Minuten, bis Wevelinghovens von Tim Rietenbach gehütete Gehäuse erstmals richtig in Gefahr geriet. Nach einem Eckball Schnocks tropfte das von Simon Kohlen per Kopf Richtung Tor beförderte Leder auf die Latte. Ähnlich eng wurde es vier Minuten vor der Pause auf der anderen Seite, als ein von Marvin Walther getretener und von Max-Peter Naumann mit dem Hinterkopf verlängerter Freistoß am Innenpfosten endete. Aluminium war auch kurz vor dem Halbzeitpfiff im Spiel: Ein Fehler Rietenbachs brachte Marco Lüttgen in Position, doch seinen Heber kratzte Jan Sönke im Verbund mit der Latte von der Linie.

Gut für Kapellen, dass im zweiten Abschnitt Torwart Tobias Schriddels, der seinen Trainer zum A-Kreisligisten BV Wevelinghoven begleiten wird, bei einem prächtigen Schuss von Benedikt Klasen aus 20 Metern zur Stelle war (74.). Pech für die Gäste, dass Schiedsrichter Dominik Dühr (Kaarst) in der 80. Minute nach einem Zweikampf zwischen Kapellens Lüttgen und Sönke auf Strafstoß entschied. "Oben war alles okay, aber unten das Bein war zu viel", begründete der Unparteiische seinen Pfiff. Pierre Schnock verwandelte eiskalt. Und nur drei Minuten später war Philipp Drees von einem berückenden Übersteiger George Madatsidis' offenbar so beeindruckt, dass er die Kugel ins eigene Netz beförderte. Sein Coach Sebastian Meyer war trotzdem zufrieden: "Wir haben durch einen unberechtigten Elfmeter und ein Eigentor verloren – das sagt alles."

(NGZ)