Fußball-Landesliga Kapellen genießt das Gefühl als Tabellenführer

Kapellen · Dass der SCK auf Platz eins der Fußball-Landesliga stand, ist schon ein paar Jährchen her. Gegen Amern gilt es, die Position zu verteidigen.

 Gegen Holzheim war Kapellens Verteidiger Luca Knuth meist Herr der Lage, am Sonntag geht’s daheim gegen die VSF Amern.

Gegen Holzheim war Kapellens Verteidiger Luca Knuth meist Herr der Lage, am Sonntag geht’s daheim gegen die VSF Amern.

Foto: Andreas Woitschützke

In Kapellen kommen sie sich gerade vor wie in einem Traum. Nach der bescheidenen Vorsaison inklusive des frühzeitig angekündigten Trainerwechsels von Björn Feldberg hinzu Fabian Nellen und dem durchwachsenen Transfersommer hatte der SCK seine Ansprüche für die neue Spielzeit in der Fußball-Landesliga überaus zurückhaltend formuliert. Doch nun haben die Erftstädter ausgerechnet mit dem Derbysieg in Holzheim die Tabellenspitze erobert. Eine Position, auf der Kapellen schon lange nicht mehr stand und die am Sonntag daheim gegen die VSF Amern verteidigt werden soll.

„Das war bisher eine richtig schöne Woche als Tabellenführer. Das ist ein richtig gutes Gefühl, die Stimmung in der Mannschaft ist entsprechend gut“, erklärt Trainer Fabian Nellen. Für Kapellen ist die aktuelle Lage Balsam auf die Seele, denn ein nervenaufreibender Abstiegskampf und eine Endplatzierung hinter dem Lokalrivalen Holzheim, so wie vergangene Saison geschehen, entspricht so gar nicht dem Selbstverständnis des früheren Oberligisten als Nummer eins im Fußballkreis Grevenbroich/Neuss und als Landesliga-Topmannschaft. Zum bislang letzten Mal auf Rang eins stand der SCK unter Trainer Oliver Seibert am ersten Spieltag der Saison 2019/2020 nach einem 6:1-Auftakterfolg gegen den ASV Süchteln. In der Spielzeit zuvor war der Erfolg aber noch nachhaltiger, damals hatte sich Seibert mit dem SCK insgesamt neun Spieltage an der Spitze aufgehalten, um dann am Ende als Vierter ins Ziel zu kommen. Die Saison 2021/2022 unter Björn Feldberg beendeten die Kapellener zwar auf einem starken zweiten Platz, standen aber zwischenzeitlich nie ganz vorne.

Doch ungeachtet der Historie weiß der aktuelle Coach Fabian Nellen nur zu gut, dass die aktuelle Lage lediglich eine Momentaufnahme ist, aus der sich neue Rahmenbedingungen ergeben. „Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch mal nicht so gut läuft. Zum anderen wird man von der Konkurrenz anders wahrgenommen, die Gegner treten noch mal motivierter gegen einen auf“, erklärt Nellen. Die erste Mannschaft, die sich darin versuchen kann, sind die VSF Amern, die nach einer bärenstarken Vorsaison bislang noch nicht so richtig in Tritt gekommen sind. Die Elf von Trainerfuchs Willi Kehrberg hat bislang aus sieben Spielen nur vier Zähler holen können und dabei schon 17 Gegentore kassiert. Dennoch hält Nellen große Stücke auf „die erfahrenen und körperlich starken“ Amerner, denen bislang vielfach auch das Spielglück gefehlt habe. Klar, dass Nellen nichts dagegen hätte, wenn das auch am Sonntag so bliebe: „Denn wenn man da oben steht, möchte man auch dort bleiben.“