Jüchen : Kapelle für den Heiligen Geist

Zu Pfingsten wird die Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert. In Aldenhoven ist die vor 53 Jahren erbaute Heilig-Geist-Kapelle das Zentrum des Ortes – und für Küsterin Gertrud Stüttgen (75) eine Herzensangelegenheit.

Zu Pfingsten wird die Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert. In Aldenhoven ist die vor 53 Jahren erbaute Heilig-Geist-Kapelle das Zentrum des Ortes — und für Küsterin Gertrud Stüttgen (75) eine Herzensangelegenheit.

Pfingsten gehört zu den christlichen Hochfesten — eine Erinnerung an die Aussendung des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist, ein Teil der göttlichen Dreifaltigkeit, mag den Aldenhovenern vielleicht vertrauter sein als anderen Gläubigen: Denn die 1948 neu gebaute Kapelle trägt den Namen des Heiligen Geistes.

Für Gertrud Stüttgen (75), die sich seit 1979 um das kleine Gotteshaus kümmert, ist es Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens — und auch für Ehemann Karl, der liebevoll das Grün pflegt.

Lange wünschten sich die Aldenhovener Gläubigen eine eigene Kirche: Zuvor hatten sie entweder in der Dycker Schlosskapelle gebetet oder in der Pfarrkirche St. Martinus in Bedburdyck. 1934 versuchte der Bedburdycker Pfarrer Walter Schönheit als Domizil ein Fachwerkhaus zu erwerben.

Dieser Plan scheiterte ebenso wie fünf Jahre später der des Fürsten zu Salm-Reifferscheidt, der Land für den Kirchbau kaufen wollte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Thema "Eigene Kirche" aktuell: Zunächst diente der Saal der Gaststätte Engels als Notkirche. Am 9. Juli 1946 konnte der Aachener Bischof Johannes Josef van der Velden unter begeisterten "Bravo"-Rufen in Aldenhoven den Bau einer eigenen Kirche ankündigen.

Regionaldekan Ulrich Clancett, der mit Käthemarie Funke eine Broschüre zum 40-jährigen Bestehen der Kapellen verfasst hat, zeigt sich beeindruckt von der Großzügigkeit der Aldenhovener für ihre Kirche: "Die Gläubigen haben sich stets sehr für ihre Kirche engagiert. Für den später gebauten Glockenturm floss kein einziger Cent aus Kirchenmitteln." Heute sei die Kapelle nicht nur ein Treffpunkt für die rund 700 Katholiken und die Sebastianer sowie "ideeller Mittelpunkt ": "Das Dorfleben spielt sich stets rund um die Kapelle ab."

Warum "Heilig-Geist-Kapelle"? Clancett erläutert: "Bei der Gründung war es ein Trend, Kirchen nicht nach Heiligen zu benennen. Häufig waren Namen wie Dreifaltigkeitskirche oder eben Heilig-Geist-Kirche." Heute habe sich dieser Trend wieder gewandelt.

Für Gertrud Stüttgen (75) ist die Kapelle Lebensmittelpunkt: Seit 1979 kümmert sie um deren Pflege, seit 15 Jahren als Küsterin. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Kirche zu den zweimal pro Woche stattfindenden Gottesdiensten zu öffnen und mit Blumen zu schmücken: "Das macht mir sehr viel Freude."

Besonders freue sie sich über Lob für gelungenen Blumenschmuck. Neben Ehemann Karl helfe auch dessen Nichte Erika Jansen. Für ihren nächsten Einsatz ist Gertrud Stüttgen vorbereitet: am heutigen Pfingstsamstag um 18.30 Uhr.

(NGZ/rl)