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Kanu: Kanutin Anna Faber holt sich WM-Silber

Kanu : Kanutin Anna Faber holt sich WM-Silber

Nach der Enttäuschung im Einzelrennen lief es für die Juniorin des WSC Bayer Dormagen mit der Mannschaft rund.

Die Nerven hielten. Nach dem verpatzten Auftritt im Einzelrennen gab Anna Faber bei den Slalom-Weltmeisterschaften der Juniorinnen im slowakischen Liptovsky Mikulás mit der Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) Gas und steuerte ihr Kajak wie im vergangenen Jahr auf Platz zwei.

Die 17 Jahre alte Kanutin des WSC Bayer Dormagen war mit ihrem Team, dem außer ihr noch Selina Jones (Augsburg) und Ann-Kathrin Schwanholt (Magdeburg) angehörten, als 13. der insgesamt 14 Mannschaften an den Start gegangen. Die Bestzeit der favorisierten Tschechinnen um die frischgekürte Weltmeisterin Karolina Galuskova wackelte – auf der anspruchsvollen und kräftezehrenden Wildwasserstrecke am Rande der Hohen Tatra war das deutsche Trio mit Anna Faber als Startfahrerin sogar deutlich schneller unterwegs –, aber zwei Torberührungen zu viel bedeuteten schließlich Platz zwei hinter Tschechien. Den hätten zum Schluss nur noch die starken Engländerinnen in Gefahr bringen können, doch 50 Strafsekunden in der letzten Torpassage kostete den Mitfavoriten sogar die Medaille. Bronze ging an Slowenien. Mit Silber um den Hals bilanzierte Anna Faber erleichtert: "Ich bin glücklich, dass ich in der Mannschaft gut gefahren bin und mir nicht das gleiche wie im Halbfinale passiert ist." Im Einzelrennen hatte sich die Schülerin des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums als 28. nur mit Mühe für das Halbfinale der besten 30 qualifiziert. Auch dort unterlief ihr ein ärgerliches Missgeschick: Sie prallte mit dem Heck ihres Bootes gegen einen Stein, geriet dadurch aus der Spur und verpasste das nächste Tor. Die daraus resultierenden 50 Strafsekunden ließen den Traum vom Finale der Top 10 jäh platzen. Allzu viel Zeit, der verpassten Chance nachzutrauern, blieb der 17-Jährigen freilich nicht. Noch am gleichen Tag ging es für sie und ihre Heimtrainerin Mira Louen mit Zwischenstopp in Bratislava weiter nach Augsburg, wo am Wochenende die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse stattfinden. Direkt im Anschluss stehen im französischen Bourg-Saint-Maurice die Europameisterschaften der Juniorinnen auf dem Programm.

Dann kämpft die Rheinländerin erneut gegen den Wettbewerbsvorteil der Konkurrenz aus Osteuropa, aber auch aus Frankreich und England an. "In NRW fehlt es einfach an Wildwasserstrecken internationaler Güte", sagt sie. Als Vorbilder sieht sie die Strecken in Augsburg und Leipzig. "Die wären im dicht besiedelten NRW ganz sicher auch ein Freizeitmagnet."

(NGZ)