Kanuslalom: Anna Faber holt sich bei den Deutschen Meisterschaften Gold

Kanuslalom : Frauenpower auf der Lenne in Hohenlimburg

Anna Faber holt sich bei den Deutschen Meisterschaften Gold im Kanu-Slalom und Liv Konrad triumphiert bei den Juniorinnen.

Mehr als 400 Kanuten aus 45 Vereinen der gesamten Republik paddelten im Wildwasserpark Hohenlimburg um die nationalen Titel – und doch: Im wilden Wasser der Lenne führten die (Slalom-)Frauen des WSC Bayer das Kommando. Im Kajak gingen sogar alle Einzelmedaillen nach Dormagen.

Anna Faber sorgte bereits am ersten Wettkampftag für die Initialzündung. Angetreten, um in der Qualifikation einen Platz unter den Top 20 zu erreichen, sicherte sich die 23-Jährige in der Wertung zum Deutschland-Cup so ganz nebenbei Platz eins vor Teamweltmeisterin Lisa Fritsche (Halle) und Lena Teunissen (KC Hilden). Im Halbfinale war keine schneller als sie, wegen einer Torstabberührung lag sie jedoch noch hinter der erfahrenen Jasmin Schornberg (KR Hamm). Das sollte sich ändern: Im Finale der besten Zehn legte Lisa Fritsche mit 97,07 Sekunden eine prächtige Zeit vor, heimste sich für zwei Stabberührungen indes vier Strafsekunden ein. Anna Faber, als Vorletzte gestartet, blieb dagegen in 99,17 Sekunden fehlerfrei und setzte damit ihre prominente Konkurrentin unter Druck. Jasmin Schornberg, Weltmeisterin 2009 und eine der erfolgreichsten Slalom-Kanutin Deutschlands, bestand die Prüfung nicht, blieb 68 Hundertstelsekunden hinter Fabers Zeit zurück und musste der Dormagenerin zum Sieg gratulieren. Ein perfekter Abschluss eines für die Junioren-Europameisterin von 2014 bislang eher unglücklich verlaufenen Wettkampfjahres.

Und einmal so richtig in Fahrt, legten die Mädels des WSC nach: Liv Konrad übernahm bei den Juniorinnen nach Platz zwei in der Qualifikation im Halbfinale die Führung – machte dabei auf die Augsburgerin Emily Apel einen Rückstand von fünf Sekunden wett. Im Finale hielten die Nerven dann. Obwohl Apel mit fehlerlosem Lauf eine Bestzeit auflegte, blieb Liv Konrad stabil, war sogar über eine Sekunde schneller und brachte damit nur 20 Minuten nach Fabers Triumph-Fahrt die nächste Goldmedaille für Dormagen ein. Die Bilanz rund machte Nele Baikowski mit ihrem Titel in der weiblichen Jugend, wenngleich die Stürzelbergerin seit zwei Jahren für den KC Hilden unterwegs ist. Diese Vorlage wussten die anderen Boote aus dem Rhein-Kreis zu nutzen: Im Mixed-Canadier machten Marie Gottowik/Jeffrey Piontek (WSC) Tempo, steigerten sich im Endlauf im Vergleich zum Halbfinale um mehr als 20 Sekunden und holten sich als Zweite hinter Pauline Jakobshagen/Leon Hannika (LKC Leipzig) Selbstvertrauen für die in zwei Wochen anstehenden Weltmeisterschaften in Spanien. Rang drei ging an Amelie Mönnikes/Udo Raumann (KST Rhein-Ruhr) vor Ute Konrad/Rüdiger Hübbers (WSC Bayer Dormagen/Neusser Kanu-Club).

Als Mannschaft Rhein-Kreis Neuss fuhr der Canadier-Mixed-Zweier in der Besetzung Gottowik/Piontek, Mönnikes/Raumann und Konrad/Hübbers zur Goldmedaille. Mit dem abschließenden Blick auf den Titel von Liv Konrad als Mitglied der Renngemeinschaft NRW bei den Juniorinnen und den vierten Rang des Deutschen Schüler-Vizemeisters Marten Konrad bei der Jugend werteten Sportwart Stephan Konrad, Trainer Rolf Pohlen und Theo Nüsing die Titelkämpfe als Beleg für die im WSC geleistete langjährige und nachhaltige Jugendarbeit.

Deutsche Meisterschaften in Hohenlimburg: (v.l.) Marten Konrad, Jeffrey Piontek, Marie Gottowik, Liv Konrad, Anna Faber, Ute Konrad, Rüdiger Hübbers. Foto: WSC
Liv Konrad (WSC Bayer Dormagen) gewann bei den Juniorinnen. Foto: WSC

Bemerkenswert: Rüdiger Hübbers und Udo Raumann, 1996 Europameister und 1995 WM-Dritte, traten bei den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse in Hohenlimburg den Beweis an, dass sie noch richtig Spaß an ihrem Sport haben und die Fitness stimmt. „Und unsere Routine war ebenfalls hilfreich“, fügte Hübbers schmunzelnd hinzu. Die beiden Senioren fahren seit 31 Jahren zusammen im Canadier-Zweier und erkämpften sich auf der Lenne im Herren-Finale die Silbermedaille.