Jüchen : Kabinen für Kicker in Aussicht

Seit 2006 verhandeln die Gemeinde und der VfB Hochneukirch über Bau und Finanzierung von Umkleiden am neuen Sportplatz. Die Pläne wurden aus Kostengründen auf ein Vereinsheim und zwei Umkleiden reduziert.

Seit Monaten könnten sich die Sportler des VfB 08 Hochneukirch in ihren neuen Umkleidekabinen umziehen — theoretisch. Doch der Verein und die Jüchener Gemeindeverwaltung konnten sich bislang noch nicht auf eine gemeinsame Lösung und die Finanzierung einigen. Einen Vertrag gibt es bereits, was fehlt, sind die Unterschriften. "Wir wollen uns zu laufenden Verhandlungen nicht äußern", sagt Gemeindesprecher Jürgen Wolf. VfB-Geschäftsführer Hans-Dieter Oversberg hofft auf ein Ergebnis "in etwa zwei Monaten".

Eine Arbeitsgruppe der Gemeinde hat den Vertrag entworfen und dem VfB-Vorstand zukommen lassen. "Wir stehen kurz vor einer Einigung. Details werden wir wohl hinter verschlossenen Türen klären. Momentan prüfen wir die Unterlagen in einem internen Verfahren", sagt Oversberg.

Die Zustände rund um den neuen Kunstrasenplatz seien katastrophal. Der Rasen sei in Ordnung, doch selbst ein einfacher Unterstand fehle den Sportlern an ihrem Platz: "Bei Platzregen, wie in den vergangenen Tagen, werden wir klitschnass", so Oversberg. Der Verein will allerdings bis zum Winter in Eigenleistung einen Unterstand auf dem Sportplatz errichten. Denn der Weg zur jetzigen Umkleidekabine ist um die 500 Meter lang, durchkreuzt von mehreren Straßen.

Gerade für den Jugendsport ist diese "Übergangslösung" bestimmt keine geeignete. "Beim Jugendtraining müssen wir die Kinder quer durch Hochneukirch zur Toilette laufen lassen", berichtet Hans-Dieter Oversberg. Bereits vor einigen Monaten organisierten die Eltern der Jugendkicker eine Unterschriftenaktion. Doch diese sei im "Sande verlaufen". Auch die Angebotsqualität leidet. Oversberg betont: "Wir können weder Turniere noch größere Feste auf dem Gelände am Kunstrasenplatz veranstalten, wenn dort schon Duschen und WCs fehlen".

Das Vereinsheim fällt — so die aktuellen Planungen — deutlich kleiner aus als noch vor zwei Jahren vorgesehen: Statt vier soll es zwei Umkleidekabinen mit Waschräumen geben. Ein Clubheim soll weiterhin errichtet werden — die Kosten teilen sich der Verein und die Gemeinde. "Da kommt ein Batzen auf uns zu. In Zeiten leerer Kassen bei Kommunen können wir nicht viel erwarten", sagt Oversberg. "Wir sind einfach froh, wenn das Thema vom Tisch ist. Wir haben ein Ziel und die Gemeinde auch." Er hofft auf eine Eröffnung — "vielleicht Anfang 2013".

(NGZ)