Jüchen : Kabarett kostet mehr Geld

Jüchen profitiert als Auftrittsort von Kabarettisten von günstigen Eintrittspreisen. Zuschauer kommen vielfach aus der Umgebung. Nach fünf Jahren werden jetzt die Preise für Abos erhöht – zur Kostendeckung reicht es nicht.

Namhafte Künstler zum – verglichen mit Köln, Düsseldorf oder Aachen – kleinen Kurs: Wer als Zuschauer diese Kombination schätzt, gibt oft Jüchen als Ziel in sein Navigationsgerät ein. Das kann Gemeindesprecher Norbert Wolf bestätigen: "Unsere Veranstaltungen ziehen zahlreiche Besucher aus der Umgebung an." Es sind Besucher, die nicht nur einmal kommen, sondern direkt das große Abonnement für acht oder das kleine Abo für vier Aufführungen im Rathaus kaufen. In der Saison 2012 soll Jüchen Publikumsmagnet bleiben: Auch wenn die Preise um fünf Euro je Abo angehoben werden. Norbert Wolf hält das für "moderat": "Dies ist seit fünf Jahren die erste Preiserhöhung."

Wunschkandidat: Dieter Nuhr

In der nächsten Sitzung werden sich die Kulturpolitiker mit dem Kulturprogramm 2012 beschäftigen und eine Empfehlung an den Gemeinderat geben. Bürgermeister Harald Zillikens bleibt bei seinem Kurs, den er bereits für das Vorgänger-Programm vorgegeben hatte: "Auch eine Nothaushaltskommune darf nicht an Kultur sparen, die Folgen wären verheerend." Die Mittel für den Fachbereich Kultur sollen mit 60 000 Euro unverändert bleiben. "Durch die Preiserhöhung nähern wir uns um einen Schritt der Kostendeckung – von einer kompletten Deckung der Ausgaben sind wir aber noch weit entfernt", betont Norbert Wolf.

Publikumsmagneten waren bisher in diesem Jahr Konrad Beikircher mit mehr als 550 Zuschauern in der Peter-Giesen-Halle und Peter Vollmer, der das Forum der Realschule mit rund 200 Plätzen füllte. Positiv hätte das Publikum auch darauf reagiert, dass mit dem Forum der Realschule an der Stadionstraße und der Peter-Giesen-Halle in Garzweiler zwei unterschiedliche Aufführungsorte angeboten werden.

Mit zahlreichen Zuschauern rechnet Bernd Krahwinkel vom Fachbereich Kultur auch noch für einige Kabarett-Termine: Am Donnerstag, 12. Mai, wird Ingo Oschmann sein aktuelles Programm "Wunderbar – es ist ja so" zeigen, erwartet werden 500 Gäste – genau so viele wie für den Auftritt unter dem Motto "Liebe", den Hagen Rether am Donnerstag, 9. Juni, gestalten will.

Wen Bernd Krahwinkel gerne einmal in Jüchen sehen würde: den vielfach ausgezeichneten Dieter Nuhr oder TV-Comedian Mirja Boes: "Doch beide spielen mittlerweile nicht mehr in Hallen, die weniger als tausend Menschen fassen." Und das stellt Jüchen vor ein unlösbares Raum-Problem.

(NGZ)