Fußball : Kaarst patzt im Endspiel

Die Aufstiegsträume der SG fanden beim 1:4 gegen den SC Rheindahlen zum Saisonfinale ein jähes Ende. Weil Odenkirchen gleichzeitig gewann, wären die Kaarster aber selbst bei einem eigenen Sieg nur Zweiter geworden.

Todtraurig wirkten die Spieler der SG Kaarst nach der Niederlage in ihrem "Endspiel" nicht. Zu überlegen waren die Gäste vom SC Rheindahlen in den 90 Minuten zuvor, zu früh war bereits die Luft raus aus dem Kaarster Spiel. Mit 1:4 (0:3) verlor die SG völlig verdient die entscheidende Partie des Bezirksliga-Aufstiegskampfs.

So saßen die blutjungen Akteure zwar eine Weile enttäuscht und entkräftet auf dem Rasen, rafften sich dann aber schnell wieder auf und lauschten den Worten ihres Trainers. "Rheindahlen war besser und steigt verdient auf. Ich habe den Jungs aber noch einmal gesagt, dass wir eine bärenstarke Saison gespielt haben. Vor einem Jahr standen wir hier und hatten in letzter Sekunde den Abstieg verhindert, jetzt haben wir mit dem fast gleichen Kader 61 Punkte geholt. Wir können stolz auf uns sein", sagte Dirk Schneider, während die Rheindahlener vor rund 400 Zuschauern ausgelassen und lautstark den Sprung in die Landesliga feierten. Aufgestiegen wären die Gastgeber ohnehin auch bei einem Sieg nicht, die erhoffte Gnadentaler Schützenhilfe blieb aus: Die DJK verlor mit 1:7 in Odenkirchen, das somit bei einem Kaarster Sieg aufgestiegen wäre.

Von einem solchen war die SG aber meilenweit entfernt. Rheindahlen wirkte spritziger, entschlossener und spielte — anders als von Schneider angenommen — völlig befreit auf. Immer wieder konterte der SC nach präzisen Zuspielen blitzschnell. Bereits nach vier Minuten traf Kevin Franzen zur Führung, nach einem Torwartfehler von Mehmet Bozkir staubte Dominik Pascoulli zum 2:0 ab (26.).

Spätestens als Jörn Schüren nur neun Minuten danach einen Foulelfmeter zum 3:0 nutzte, hatten wohl auch die Kaarster Spieler den Glauben an sich verloren. Sie verzeichneten zwar mehr Ballbesitz, wussten gegen nun kompakt stehende Gäste aber nur in Ausnahmefällen etwas damit anzufangen. Gleichzeitig konnten sie sich mehrfach bei Keeper Bozkir bedanken, der seinen Fauxpas mit sensationellen Reflexen mehr als nur wettmachte. Einen Schuss von Daniel Güttgemanns (78.) musste er noch passieren lassen, auf der Gegenseite sorgte Kamill Niewolik mit seinem 19. Saisontor für den Ehrentreffer.

"Rheindahlen hat es mehr gewollt als wir. Das hat man bei allen vier Toren gemerkt", fand Schneider. Dessen Elf verlor sechs der acht Spiele gegen die Top fünf — der entscheidende Faktor im Aufstiegskampf. "Vielleicht ist das diese Erfahrung, die uns noch fehlt. Die Spieler sind in einem Lernprozess und werden sich durch Tage wie heute im Kopf weiterentwickeln." Durchgemacht hat sie in den letzten beiden Jahren mit Abstiegs- und Aufstiegskampf jedenfalls schon einiges.

(NGZ)