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Korschenbroich: Jury zu Gast in zwei Dörfern

Korschenbroich : Jury zu Gast in zwei Dörfern

Die Komission für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" schaute sich gestern in Scherfhausen und Steinforth-Rubbelrath um. Beide Orte haben sich beworben – und punkteten dank ihrer engagierten Bürger bei der Jury.

Die Komission für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" schaute sich gestern in Scherfhausen und Steinforth-Rubbelrath um. Beide Orte haben sich beworben — und punkteten dank ihrer engagierten Bürger bei der Jury.

Klar: Scherfhausen und Steinforth-Rubbelrath gehören zu den kleinsten Orten in der Stadt. Aber der sprichwörtliche Hund liegt dort dennoch nicht begraben. Davon, dass die Dörfer vor Leben nur so strotzen, hat sich gestern die Bewertungskommission des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" überzeugt. Beispiel Scherfhausen: Die 443 Einwohner sind nach den Worten des Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Hubert Tokloth, auf Zack.

Die Dorfgemeinschaft ist der Motor des Projekts Bürgerbus, der im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat. 48 ehrenamtliche Fahrer sind im Einsatz, wobei Scherfhausen mit neun Chauffeuren überproportional stark vertreten ist. "1100 Euro betragen unsere Spritkosten im Monat", sagt der vor wenigen Tagen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Hubert Tokloth. Klar, dass auch er selbst zu den Fahrern zählt.

Dennoch legt der Trägerverein großen Wert auf seine Eigenständigkeit. Neben dem Fahrgeld und der Vermietung von Werbeflächen sind vor allem Sponsoren die Haupteinnahmequelle. Bei 280 Kilometern am Tag hat der Bürgerbus inzwischen stattliche 87 000 Kilometer auf dem Buckel: In spätestens vier Jahren, schätzt Hubert Tokloth, werde eine Neuanschaffung nötig sein.

Was das tadellose Erscheinungsbild angeht, nehmen sich die beiden am Wettbewerb beteiligten Dörfer jeweils nichts: Gemein ist Scherfhausen und Steinforth-Rubbelrath auch, dass dort Bauprojekte größeren Stils nicht mehr in Frage kommen. Das erklärte Theo Verjans von der Stadtverwaltung gestern beim Rundgang mit der Komission. Ebenso wie in Scherfhausen zeigte sich Kommissionsleiter Johannes Nordmann in Steinforth-Rubbelrath beeindruckt vom "gemeinschaftlichen Leben". Eine tragende Rolle spielt die St. Sebastianus-Bruderschaft. 172 Schützen — bei 680 Einwohnern — zeigen, wie sehr das Brauchtum in Steinforth-Rubbelrath verwurzelt ist.

Nach der Sanierung des Dorfkreuzes in Rubbelrath Ende vergangenen Jahres haben Schützen und Dorfgemeinschaft — die Übergänge sind angesichts der weitgehend identischen Akteure fließend— im Frühjahr den Turm der St.-Josef-Kirche erneuert.

Die "gute Stube" des Orts ist die 1849 erbaute Alte Schule, wo auch zahlreiche private Feiern abgehalten werden können. Insbesondere das gemeinschaftliche Leben in den Orten zählt Johannes Nordmann zu den wichtigsten Bewertungskriterien der Kommission. In dieser Hinsicht dürften beide Dörfer bei der Jury ordentlich gepunktet haben.

(NGZ)