Jüchen : Junge Leerser sagen Adieu

Aktionskunst war am Sonntag im deutsch-französischen Jugendcamp an der Stadionstraße angesagt. Am Montag steht die letzte Tour an, morgen die Rückkehr nach Leers. Für 2013 ist der Gegenbesuch in der Partnerstadt geplant.

Große weiße Zelte stehen am Schulzentrum an der Stadionstraße; sie zeigen: Besuch aus Leers ist da. Am Sonntag wurden im Jugendcamp Graffiti gefertigt. Mit Romain Mitow (23) wurde Schrumpffolie zwischen zwei Bäumen gespannt und als Leinwand genutzt. "Sobald die Folie abgenommen wird, ist das Werk kaputt, frei nach dem Motto: Kunst ist nicht für die Ewigkeit", erklärt Mitow. Sein Hinweis: Sich nicht an Gebäuden auszuprobieren, sondern ausschließlich dort zu sprühen, wo es erlaubt ist.

Seit sieben Jahren planen der Gemeindejugendring um Sozialpädagoge Stefan Bredt und Vertreter der nordfranzösischen Partnergemeinde Leers das Treffen. Je 20 Teenager von 13 bis 16 Jahren nehmen zurzeit am Jugendcamp teil. Dessen Ziel: die Städtepartnerschaft lebendig zu halten und neue Kontakte zu knüpfen. In vielen Bereichen arbeite die Gemeinde Jüchen laut Bredt daran, die Partnerschaft zu pflegen: "Mir ist der kulturelle und soziale Austausch der wichtigste."

Zahlreiche Aktivitäten standen auf dem Programm, so etwa der Besuch in der Lasergame-Halle in Venlo, die jungen Deutschen und Franzosen den größten Spaß bereitet hat; zudem wurden eine Kanutour und ein Bowlingabend gemacht. "Wir setzen auf Aktion und Unterhaltung. Das kommt bei den Jugendlichen einfach am besten an", so Bredt.

Begeistert vom Jugendcamp sind auch Max Schenkel (14) und der gleichaltrige Sebastian Krack: "Die Lasergames und die Kanutour haben uns am besten gefallen. Und wir haben sogar etwas Französisch gelernt." Verständigen können sie sich gut mit den neu gewonnenen Freunden — "notfalls mit Händen und Füßen". Die Französin Charlotte Augem (15) war noch nie in Deutschland: "Es gefällt mir hier sehr gut. Interessant, mal in einem Zelt zu schlafen."

Zum ersten Mal hat die Gemeinde für das Jugendcamp die Mensa zur Verfügung gestellt. "Das ist eine große Erleichterung für uns und viel bequemer, als in der Turnhalle essen zu müssen", sagt Bredt. In Zukunft hofft der Gemeindejugendring-Leiter, das Mindestalter auf zwölf Jahre senken zu können: "Aus der Altersklasse bekommen wir die meisten Anfragen, zumal die zweite Fremdsprache ab Klasse 6 gelernt wird." Was Bredt sich auch wünscht: Dass sich viele Teilnehmer für den Gegenbesuch in Leers 2013 anmelden: "So können sich Freundschaften bilden, die das Jugendcamp auch überdauern können." Kontakte würden etwa über Internet-Plattformen gepflegt.

Am Montag wird das Phantasialand erkundet, morgen fährt der Bus wieder Richtung Leers. Dann werden auch die weißen Zelte abgebaut.

(NGZ)