Korschenbroich: Junge Glehner im Einsatz für Namibia

Korschenbroich : Junge Glehner im Einsatz für Namibia

Seit rund zwei Wochen sind Katharina Heffe und Lucas Bayer aus Glehn für die Kinder- und Familienhilfe Namibia in Afrika. Dort setzen sich die beiden Abiturienten in der Wüstenstadt Arandis für bedürftige Familien ein.

In der ersten Nacht hat Katharina Heffe kaum geschlafen. Dabei steckte der 18-Jährigen eine ganz schön lange Reise in den Knochen. Zusammen mit Lucas Bayer (19) machte sich die Abiturientin auf den weiten Weg in die namibische Stadt Arandis. Dort helfen die beiden Jugendlichen aus Glehn drei Monate lang im Auftrag der Kinder- und Familienhilfe Namibia. Rund 12 000 Kilometer von der Heimat entfernt. Unter der heißen Sonne Afrikas. Ein aufregendes Abenteuer für die beiden Helfer, das durchaus schlaflos machen kann. Doch der Grund für die wache Nacht von Katharina Heffe war ziemlich profan: Der Hund hinter dem Haus ihrer Gastfamilie wollte einfach keine Ruhe geben. Er bellte die ganze Nacht durch.

Inzwischen hat sich die Glehnerin daran gewöhnt. Sie fühlt sich pudelwohl in der etwa 60 Kilometer nordöstlich von Swakopmund gelegenen Kleinstadt Arandis. In ihrer Gastfamilie hilft sie besonders bei der Kinderbetreuung. "Ich unterstütze die sieben Mädels unter anderem bei den Hausaufgaben", sagt sie. In der "Talitha Kumi Schule" hilft sie zudem beim Sportunterricht – zum Beispiel beim Fußball oder Basketball. "Ich bin in Namibia richtig gut aufgenommen worden", sagt Katharina Heffe. "Mir macht die Arbeit Freude – auch weil ich weiß, dass sie sinnvoll ist."

Die vom Glehner Norbert Rothausen aus der Taufe gehobene Kinder- und Familienhilfe Namibia möchte den jungen Menschen in Arandis eine bessere Zukunft ermöglichen. Schulbildung ist der Schlüssel dazu, sie ermöglicht den Schritt aus der Armutsfalle. Denn in der Kleinstadt an der Bahnstrecke zwischen Swakopmund und Windhoek gibt es viele Probleme: Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholsucht und eine mangelnde Gesundheitsversorgung. Auch Gewalt in den Familien kommt häufig vor. Der Verein "Kinder- und Familienhilfe Namibia" bietet eine Möglichkeit, diesem Kreislauf zu entkommen. Dabei ist er auf Spenden angewiesen – und auf freiwillige Helfer.

Katharina Heffe und Lucas Bayer haben früh von der Möglichkeit erfahren, nach dem Abitur für drei Monate nach Afrika zu gehen. Sie kannten einander zwar. "Aber eben nur, weil man sich in Glehn halt kennt, wenn man als junger Mensch in etwa im selben Alter ist", sagt Katharina Heffe. Die Zeit in Afrika wird sie mehr zusammenschweißen. Beim Eingewöhnen in Arandis hat ihnen auch Lea Daubenbüchel geholfen. Die Studentin war ebenfalls für die Kinder- und Familienhilfe vor Ort im Einsatz. "Sie hat uns hier vor allem während der ersten Tage toll unterstützt und viel gezeigt", sagt Lucas Bayer.

Der 19-Jährige hilft in einer Gastfamilie mit neun Kindern aus, seine Tätigkeiten decken sich mit denen von Katharina Heffe. Er genießt seine Zeit in Afrika und die Erfahrungen, die er dort macht. "Ich habe mir gesagt: Nach dem Abitur mache ich für ein Jahr mal etwas ganz anderes, als über Büchern zu brüten", sagt Lucas Bayer. Seine Eindrücke sind bislang durchweg positiv. Er genießt die Zeit in Namibia. "Vor allem aber ist es schön, anderen helfen zu können."

(NGZ)
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