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Jules Smolenaars ist neuer Hockeytrainer beim HTC SW Neuss

Hockey : Hockey in Neuss soll wieder weiblicher werden

Der Niederländer Jules Smolenaars soll Damen und weibliche Jugend des HTC SW Neuss in die Nähe alter Glanzzeiten führen.

Es gab mal Zeiten, da führte im deutschen Damenhockey kein Weg an der Neusser Jahnstraße vorbei. Nationalspielerinnen bis hin zu WM- und Olympiateilnehmerinnen wuchsen zwar nicht auf den Bäumen, wurden beim HTC Schwarz-Weiß aber in schöner Regelmäßigkeit ausgebildet. Immer noch profitieren  Nachbarklubs von dieser Arbeit.

Annette Weeres kennt das Thema genau. Ihre Tochter Lily (Otten) gehört zu denen, die im Jahnstadion das Einmaleins des Hockeysports erlernten – um dann mangels Perspektive als Jugend- und Juniorennationalspielerinnen anderswo anzuheuern. Auch wenn die Initiative für den eigenen Nachwuchs zu spät kommt, hat sich Annette Weeres vorgenommen, dem weiblichen Hockey in Neuss wieder eine Perspektive zu geben: „Wir sind dabei, ein entsprechendes Konzept zu erstellen,“ sagt die Jugendwartin, „wir wollen die Damen und weibliche Jugend wieder nach oben führen. Dafür brauchen wir aber Unterstützung.“

Denn das Damenteam kommt seit dem freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga bisher nicht so recht vom Fleck. Die Oberliga, das weiß auch Weeres, ist nicht die richtige Spielklasse, um Talente zu binden oder anzulocken. Deshalb soll es möglichst schnell aus der Oberliga nach oben gehen.

Helfen soll dabei ein Mann, den Annette Weeres aus der Zeit kennt, als sie ihre Tochter ein lang Jahr zu Training und Punktspielen in die Niederlande chauffierte. Jules Smolenaars hat selbst Hockey in der höchsten Spielklasse der Niederlande gespielt, seit 2003 ist er trainer bei seinem Heimatverein HV Weert, durchlief alle Stationen von der U10 bis zur Damenmannschaft, die er in die Zweite Liga führte. Und hatte ein Jahr lang auch Lily Otten unter seinen Fittichen.

„Der Kontakt ist nie abgerissen,“ sagt Annette Weeres. Trotzdem sei sie zunächst müde belächelt worden, als sie vorschlug, Smolenaars als Trainer nach Neuss zu holen. Kein Wunder, stellt die Oberliga doch nicht gerade eine attraktive Herausforderung für einen erfahrenen Trainerfuchs dar – zumal, wenn er für jede Trainingseinheit 88 Kilometer hin und zurück fahren muss.

Doch Weeres’ Überzeugungsarbeit wirkte. Und als Jules Smolenaars einmal in Neuss war, überzeugte er auch schnell andere: „Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden, um nicht zu sagen überglücklich,“ sagt Abteilungsleiter Thomas Draguhn, der gemeinsam mit dem sportlichen Koordinator Christoph Martial die Gespräche mit Smolenaars führte. Draguhn (43) ist überzeugt: „Vielleicht ist ein älterer Trainer genau der richtige für diesen Job.“ Smolenaars ist 55 und ein Hockey-Bessesener. Wie besessen, zeigt die Tatsache, dass sein Vertrag offiziell erst am 1. August beginnt, er aber schon im Juni zwei Mal pro Woche auf der Anlage war, um Gespräche zu führen und Trainingseinheiten zu leiten. „Er hat gut eingeschlagen,“ hat Thomas Draguhn dabei beobachtet.

„Er weiß, dass es einiges zu tun gibt,“ umreißt Annette Weeres die Stellenbeschreibung für den neuen Mann. Dem möchte Jules Smolenaars nicht widersprechen: „Mein Ziel ist es, mein eigenes Wissen und meine Erfahrung mit dem Hockeyspiel sowie meine Leidenschaft für den Sport zu nutzen, um einer Gruppe ehrgeiziger und motivierter junger Mädchen und Damen bei ihrer Entwicklung als Hockeyspielerinnen zu helfen,“ sagt der Niederländer, „welches konkrete Ergebnis damit verbunden sein kann, kann ich als Trainer nicht allein bestimmen. Das Team muss diesen Ehrgeiz gemeinsam bestimmen – diesen Punkt muss ich noch im Gespräch mit dem Neusser Team klären.“