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Elterngesprächskreis übernimmt die Trägerschaft: Jugendheim "Sinnflut" unter neuer Regie

Elterngesprächskreis übernimmt die Trägerschaft : Jugendheim "Sinnflut" unter neuer Regie

Die Zukunft der "Sinnflut" in Glehn ist gesichert. Das Jugendheim am Buscherhof, das bisher unter der Regie der evangelischen Kirchengemeinde Glehn, Grefrath und Büttgen lief, wird nun vom Elterngesprächskreis Glehn (EGK) weiter geführt. Die Gemeinde hatte der hauptamtlichen Kraft Beate Lischewski zum 31. März aus finanziellen Gründen kündigen müssen.

Seither waren es die jugendlichen "Teamer", die das Zentrum weiter an drei Nachmittagen in der Woche geöffnet hielten. "Dass die Jugendlichen einen Sinn in dieser Arbeit sehen, das haben sie gezeigt", sagte Bürgermeister Heinz Josef Dick bei der offiziellen Schlüsselübergabe. Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis zeigte sich erfreut darüber, dass die Stadt die beiden Räume in der Grundschule auch weiterhin kostenlos zu Verfügung stellen werde.

"Wir möchten vor allem im Hintergrund unterstützend wirken", umreißt Mechthild Meier als Jugendvertreterin die Rolle des EGK. Die ehrenamtlichen Jugendleiter werden wie bisher den Schwerpunkt auf die offene Jugendarbeit legen. Dienstags, donnerstags und freitags öffnet die Einrichtung von 16 bis 21 Uhr ihre Türen. "Im Mai und Juni könnte es sein, dass die Öffnungszeiten mal nicht eingehalten werden können", räumt Mechthild Meier ein. Der Grund: Einige der Jugendlichen müssen sich zurzeit auf ihre Abiturprüfungen konzentrieren.

Neben dem "Offene Tür Treff" denken die Jugendlichen bereits über weitere Aktivitäten nach: "Eine Flut von neuen Ideen und Angeboten" kündigt Mitarbeiter Michael Meier an. Ob Ferienfreizeiten oder Feten - das neue Konzept der Einrichtung soll im September bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden. "Das ist hier ein Beispiel, wie gut und problemlos die Trägerschaft eines solchen Hauses wechseln kann, wenn alle Beteiligten daran interessiert sind, das Beste für die Jugendlichen heraus zu holen", bewertet Bezirksjugendpfleger Reinhard Giese die Entwicklung.

Auch Pfarrer Werner Hoffmann begrüßt, dass die Arbeit trotz des Rückzugs der Kirche weiter geht. "Wir haben es bedauert, dass es nicht mehr möglich war, die ,Sinnflut" weiter zu führen." Die Jugendlichen und der Elterngesprächskreis schauen jedenfalls optimistisch in die Zukunft. Wichtigste Aufgabe des EGK, der zurzeit 30 Mitglieder zählt ist es laut Mechthild Meier, die Kontinuität zu wahren und die Einrichtung zu stabilisieren. Zwar seien die jugendlichen Ehrenamtler selbst schon seit Jahren dabei und zeigten durchaus Beständigkeit, doch: "Wir bieten ihnen eine feste Struktur."

Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte EGK-Vorsitzender Ulrich von Maltzahn vor allem den Kontakt und die Absprache mit den Mitarbeitern suchen. Die 19-jährige Annelie hofft, dass das Jugendleiterteam nun noch mehr Freiräume haben wird. "Wir wollten immer schon mehr selbst entscheiden können." Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Satzung der Einrichtung, die Jugendliche und EGK gemeinsam verfasst haben. vado

(NGZ)