Jüchen : Jüchenerin arbeitet in Nepal

Die Studentin Nina Kröger macht zurzeit ein Praktikum in einem Waisenhaus nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die 19-Jährige hat sich gut eingelebt – trotz manch rauer Eigenart in den Straßen der Dörfer.

Die Studentin Nina Kröger macht zurzeit ein Praktikum in einem Waisenhaus nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die 19-Jährige hat sich gut eingelebt — trotz manch rauer Eigenart in den Straßen der Dörfer.

Als dem Huhn der Kopf abgeschlagen wird, muss Nina Kröger erst mal schlucken. Blutig geht es auf den Straßen der größeren Orte rund um die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu. Metzger und Schlachter verrichten dort ihr Handwerk. Wer Fleisch einkaufen möchte, darf nicht zimperlich sein.

Tiefkühltruhen gibt es nicht, die Tiere werden frisch geschlachtet. Daran musste sich Nina Kröger erst mal gewöhnen. Vier Monate verbringt die 19-Jährige in Nepal. Im Shangri-La-Waisenhaus des nahe Kathmandu gelegenen Dorfes Chapagaon macht die Jüchenerin, die "Soziale Arbeit" an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach studiert, ein Praktikum.

"Menschen sind aufgeschlossen"

An das Schlachten hat sie sich noch nicht gewöhnt, auch nicht an die mangelnde Hygiene. "Die Kinder waschen sich eigentlich nie mit Seife, da keine Seife vorhanden ist", erklärt Nina Kröger. Auch von der großen Armut war sie geschockt. Bei ihrer Arbeit im Waisenhaus hilft sie, den Kindern eine Perspektive zu bieten, sie wegzuholen von der Bettelei und dem harten Leben auf den staubigen Straßen des Großraums Kathmandu, in dem 3,5 Millionen Menschen leben.

Es ist eine Arbeit, die sie erfüllt, und die ihr täglich die liebenswerte Seite Nepals zeigt: die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen. "Sie sind sehr aufgeschlossen und bemüht, dass es mir gut geht", meint Nina Kröger. Auch die Geduld und Gelassenheit, die den Alltag prägen, hat sie sehr beeindruckt.

Ihr Tag beginnt morgens um 6.15 Uhr. Eine Viertelstunde später geht es zur Morgenmeditation, anschließend gibt es Milchtee und Kekse. Längst beherrscht Nina Kröger die ersten Brocken Nepalesisch, das erleichtert die Verständigung. Die Kinder im Waisenhaus mögen die Studentin aus dem fernen Europa, die überall mit anpackt, wo Hilfe benötigt wird. Nach Nepal reiste sie mit ihrer Kommilitonin Franziska Souren, die dort ebenfalls ihr Praxissemester verbringt.

Die Erlebnisse in dem südasiatischen Staat haben sie zusammengeschweißt. Bei einem Ausflug waren Nina Kröger und Franziska Souren mit Elefanten in einem Fluss baden. Während eines Besuchs im Chaitwan National Park haben sie einen Alligator aus der Nähe bei der Jagd gesehen und sind vor einem Nashorn geflüchtet. Dafür gab es dann allerdings eine Standpauke von den Einheimischen, die sie durch den Nationalpark, in dem tropische Temperaturen herrschen, führten. Hätte das Nashorn sie bemerkt, hätte es gefährlich werden können — vor allem, weil das Nashorn ein Junges dabei hatte.

(NGZ/rl)