Jüchen : Jüchener trägt Olympia-Fackel

300 Meter hat Thomas Gerwers (47) aus Mürmeln das Olympische Feuer durch London getragen – "es war ein tolles Gefühl", sagt er. Tausende Zuschauer jubelten am Straßenrand. Die Fackel ist nun ein Erinnerungsstück.

300 Meter hat Thomas Gerwers (47) aus Mürmeln das Olympische Feuer durch London getragen — "es war ein tolles Gefühl", sagt er. Tausende Zuschauer jubelten am Straßenrand. Die Fackel ist nun ein Erinnerungsstück.

Morgen wird die Olympische Flamme nach 70-tägiger Reise durch Großbritannien ins Stadion von Stratford zur Eröffnung der Olympischen Spiele getragen — Anteil daran hat auch ein Jüchener: Thomas Gerwers aus Mürmeln gehört zu den rund 8000 Läufern, er trug das Feuer 300 Meter weit durch den Londoner Norden. Tausende säumten den Straßenrand. "Es ist ein tolles Gefühl — Verantwortung gemischt mit großer Freude. So etwas erlebt man nur einmal in seinem Leben", erzählt der 47-Jährige nach seiner Rückkehr von der Insel.

Sein eigenes sportliches Engagement als Säbelfechter liegt über 20 Jahre zurück. Der Vater von zwei Kindern ist Journalist, geschäftsführender Gesellschafter von GFW-Photo-Publishing in Düsseldorf. In Mürmeln sitzt die Redaktion für die Zeitschrift Profi-Foto. Zurzeit hat Gerwers auch als Pressesprecher für die "Classic Days" am Schloss Dyck alle Hände voll zu tun.

Dennoch stand jetzt eine Reise nach London an. Wie es dazu kam? "Ich bin Chairman einer Organisation internationaler Fotozeitschriften, die einmal im Jahr Kameras des Jahres wählen. Und in dieser Funktion wurde ich von der Unterhaltungselektronik-Firma Samsung, ein Sponsor des Fackellaufs, angesprochen, ob ich mitlaufen wolle", schildert Gerwers. Die meisten Läufer aber dürften wegen ihres ehrenamtlichen Engagements mitlaufen oder haben sich durch ein besonderes Schicksal diesen tollen Moment verdient", sagt er. Aber auch Promis wie Boris Becker gehören zur Läuferschar.

Sechs Monate dauerte die Vorbereitungszeit. "Ich musste in alle möglichen Sicherheitschecks einwilligen, wurde geheimdienstlich ausgeleuchtet", erzählt Gerwers. Dann ging's nach London, nach Briefings startete der Bus mit zwölf Läufern in den Londoner Norden. "Wir wurden im Abstand von je 300 Metern auf der Strecke in einer Wohngegend ausgesetzt. Tausende jubelten am Straßenrand. Die Stimmung war wie im Karneval, Fähnchen wurden geschwenkt." Immer wieder wollten Zuschauer Fotos von ihm machen, dabei musste er auf das Eintreffen des Läufers vor ihm achten. Ein Betreuer erklärte ihm, wie die Flamme auf die knapp ein Meter lange Fackel mit Gaskartusche übernommen wird. Alles klappte, Gerwers lief los. "Vor mir fuhr ein Kamerabus, begleitet wurde ich von Sicherheitsläufern." Nach 300 Metern übernahm ein anderer die Verantwortung fürs Feuer.

Die Fackel und das Trikot erinnern nun an Gerwers Lauf: "Die Fackel habe ich meinem zehn Jahre alten Sohn Lennart geschenkt. Vielleicht stehen er, sein Kind oder Enkel einmal damit an der Strecke eines anderen Olympia-Fackel-Laufs."

(NGZ)