Jüchen: Jüchener spendet lebensrettende Stammzellen

Jüchen : Jüchener spendet lebensrettende Stammzellen

Ein Mitarbeiter der Gemeinde Jüchen hat wohl einer Amerikanerin das Leben gerettet. Daniel Wimmer stellte aus seinem Blut Stammzellen für die Leukämiekranke zur Verfügung. "Ich würde es wieder tun", sagt der 26-Jährige.

Daniel Wimmer kontrolliert die Spielplätze in der Gemeinde Jüchen, ist im Winterdienst eingesetzt. Außerdem unterstützt der Straßenwärter auf dem Bauhof der Gemeinde tagsüber mit Kollegen die Feuerwehr. Doch nicht beim Einsatz, sondern im Krankenhaus rettete der 26-Jährige jetzt wohl ein Menschenleben. Er ließ aus seinem Blut Stammzellen entnehmen und ermöglichte so einer Frau jenseits des Atlantiks die lebensrettende Transplantation.

Vor drei Jahren hatte sich Daniel Wimmer, der in Giesenkirchen lebt, bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei-Gesellschaft (DKMS) registrieren lassen. "Ein Verwandter ist an Leukämie erkrankt. Für ihn wurde in Düsseldorf eine Spendenaktion organisiert, meine Frau und ich halfen dabei." Tatsächlich wurde ein Spender gefunden.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie – Blutkrebs. Für viele bildet die Stammzell-Transplantation die einzige Chance zur Heilung. Doch es ist oft schwer, einen passenden Spender zu finden. Lange Zeit hatte Wimmer nichts von der DKMS, in deren Datei über zwei Millionen potenzielle Spender registriert sind, gehört. "Dann erhielt ich einen Brief, dass ich eventuell als Spender infrage komme." In den Vereinigten Staaten wartete eine 62 Jahre alte Frau auf Stammzellen – wo, weiß Wimmer nicht. Eine Blutuntersuchung gab Gewissheit, dass der 26-Jährige ein geeigneter Spender ist. "Anfangs hatte ich ein komisches Gefühl, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Aber das war schnell vorbei – ich wusste, dass ich ein Leben retten konnte."

Einen Tag lang waren Voruntersuchungen nötig, mit Spritzen wurde dann die Stammzellenproduktion angeregt. Die Spende in einer Kölner Klinik dauerte bei Wimmer nur etwa drei Stunden. "Ich bekam zwei Nadeln in den Arm. Über einen Schlauch wurde das Blut entnommen. Die Stammzellen wurden herausgefiltert, durch den anderen Schlauch floss das Blut zurück." Noch am selben Tag gingen die Stammzellen per Flugzeug in die USA. Unangenehm sei die Prozedur nicht gewesen. "Es war wie beim Blutabnehmen", so Wimmer. Und er sagt: "Ich würde es wieder machen."

Bürgermeister Harald Zillikens überreichte ihm jetzt eine Urkunde der DKMS, dankte ihm für seine Bereitschaft. Zillikens bat die Jüchener, sich typisieren zu lassen und Leukämiekranken zu helfen. Dafür seien nur fünf Milliliter Blut und etwa zehn Minuten Zeit erforderlich. Vielleicht sieht Wimmer die Frau, der er geholfen hat. "Das ist aber rechtlich erst nach zwei Jahren möglich, wenn beide zustimmen. Ich würde sie gern kennenlernen."

(NGZ)
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