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Jüchen: Jüchener sollen Lärmquellen melden

Jüchen : Jüchener sollen Lärmquellen melden

Die Gemeindeverwaltung bereitet den nächsten Schritt für den Lärmaktionsplan vor: Bis 24. Mai können alle Jüchener per E-Mail Vorschläge unterbreiten, wo und wie Lärm bekämpft werden könnte. Kritische Punkte: die A 46 und die B 59.

Willy Wimmer könnte zu denen gehören, die das aktuelle Angebot der Gemeindeverwaltung gern nutzen würden: Ab sofort sind Jüchener dazu aufgerufen, Lärmorte oder ruhige Gebiete zu nennen und Vorschläge zu unterbreiten, wo und wie Lärm reduziert werden kann. Seit Jahren kämpft Wimmer, Anwohner der Meisingstraße und früherer CDU-Staatssekretär, gegen Verkehrslärm in Jüchen. Er meint: "Die B 59 könnte für Motorräder und Lastwagen gesperrt würden." Allerdings müsste die Gemeindeverwaltung diesen Wunsch auch an den Rhein-Kreis Neuss und das Land NRW herantragen.

Zurzeit arbeitet die Gemeindeverwaltung am ersten Lärmaktionsplan. Diesen schreibt Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz vor, das damit einer Umgebungslärmrichtlinie der EU folgt. Bis 18. Juli muss der Plan fertig sein; mit dieser Aufgabe wurde ein Planungsbüro beauftragt.

Grundlage für den Aktionsplan sind Lärmkarten. In ihnen sind alle Lärmbelastungen für Straßen verzeichnet, auf denen mehr als drei Millionen Autos pro Jahr unterwegs sind. "Im Gebiet der Gemeinde Jüchen sind dies die Autobahn 46 und die Bundesstraße 59", so Rathaus-Sprecher Norbert Wolf. Nicht berücksichtigt werden könne der Schienenlärm, so Wolf: Dieser werde zurzeit durch das Eisenbahnbundesamt kartiert; mit Ergebnissen sei erst im Jahr 2014 zu rechnen.

Ab sofort sind die Jüchener selbst gefragt. Sie können sich bis Freitag, 24. Mai, mit Vorschlägen an der Gestaltung des Lärmaktionsplanes beteiligen. Hintergrund: Die Anwohner würden die Situation vor ihrer Haustür am besten kennen, könnten daher auch zu Lösungen beitragen. Vorschläge können per E-Mail gemacht werden (Adresse: Laerm@Juechen.de"). Bearbeiten wird sie Stefan Weyerstrass, Mitarbeiter im Amt für Verkehrsflächen und Umwelt. Anschließend werden die Bürger-Ideen von der Verwaltung mit Unterstützung eines Fachplanungsbüros geprüft und über die Homepage der Gemeinde (www.juechen.de) veröffentlicht. Dort können sie erneut kommentiert und bewertet werden. "Diese Ergebnisse werden dann für die Erstellung des endgültigen Lärmaktionsplanes und für die politischen Entscheidungen in den Gremien genutzt. Anschließend werden Fachausschuss und Gemeinderat entscheiden", so Norbert Wolf.

Effiziente Maßnahmen könnten laut dem NRW-Ministerium für Umwelt etwa Geschwindigkeitsreduzierungen, Reduzierungen des Auto- oder Lkw-Verkehrs oder bessere Straßenbeläge sein.

Allerdings verweist die Verwaltung darauf, nur für den Aktionsplan verantwortlich zu sein – nicht aber für die Umsetzung und Finanzierung der Lärmschutzmaßnahmen, so Wolf. Dies seien die jeweiligen Straßenbaulastträger.

(NGZ)