Jüchen : Jüchen sucht Wirtschaftsförderer

Bürgermeister Harald Zillikens will die Wirtschaftsförderung ausbauen. Dazu wird eine Stelle neu ausgeschrieben. Die ersten Bewerbungsgespräche sollen bereits im September geführt werden.

Ein neuer Wirtschaftsförderer für Jüchen — das wünscht sich Bürgermeister Harald Zillikens seit seinem Amtsantritt 2009. Ein Wunsch, den ihm jetzt der Rhein-Kreis Neuss als Finanzaufsichtsbehörde erfüllte: Im Etat wurden die Mittel für eine neue Stelle bereitgestellt. "Die bisherigen Wirtschaftsförderer haben gute Arbeit geleistet, es gab Kapazitätsgrenzen", so der Bürgermeister. Auch er selbst hatte die Wirtschaftsförderung stets als "Chefsache" eingestuft. Daran soll sich auch mit einer neuen Frau oder einem neuen Mann nichts ändern — im Gegenteil: "Ich würde entlastet — und könnte mich noch stärker einbringen", meint der Verwaltungs-Chef.

Bisher haben sowohl Rathaus-Sprecher Norbert Wolf als auch Amtsleiter Jürgen Wolf die Aufgaben der Wirtschaftsförderung untereinander aufgeteilt — beide kümmerten sich stundenweise auch um Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, um die Werbung neuer Unternehmen, um die Vermarktung von Gewerbe-Immobilien und um bereits bestehende Unternehmen. "Manche Aufgaben waren in diesem zeitlichen Rahmen nicht mehr optimal zu leisten", betont der Bürgermeister.

Ebenso wichtig wie die Ansiedlung neuer Firmen sei die Kontaktpflege zu bestehenden Betrieben. "Zuletzt haben wir zum Stammtisch ,Neusser Straße' eingeladen. Dabei konnten wir die Unternehmer über die Folgen der Kreisel-Baustelle direkt vor ihrer Haustür informieren. Das ist unverzichtbar", ist Harald Zillikens überzeugt. Und damit ist "Bestandspflege" ein Tätigkeitsfeld für den neuen Wirtschaftsförderer.

Ebenfalls ganz oben auf dessen "To Do"-Liste: die Entwicklung des Gewerbegebiets Robert-Bosch-Straße. In Blickweite von "Polo" und "3M" können sich auf 43 000 Quadratmetern Firmen ansiedeln. Seit Januar ist das Areal erschlossen; was fehlt, sind Interessenten. "Wir haben einige Gespräche geführt", so Norbert Wolf. Doch auf keines der Gespräche folgte bisher die Vertragsunterschrift beim Notar. Ein Problem: Wegen der Nähe zu Jüchens aktuell größtem Neubaugebiet "Im Auenfeld" müssen planungsrechtliche Vorgaben beachtet werden. Firmen, die sich an der Robert-Bosch-Straße ansiedeln, müssen Grenzwerte zum Lärm- und Immissionsschutz einhalten. Möglich wären etwa Bürogebäude, Lagerhallen oder auch Tankstellen.

Ein weiteres Einsatzgebiet für den neuen Wirtschaftsförderer: Jüchens erstes Einzelhandelsstandortgutachten. Es regelt die Ansiedlung von Handel und Dienstleistern. "Die Bestandsanalyse ist inzwischen abgeschlossen. Die Ergebnisse liegen vor und wurden bereits vorgestellt. Sie werden im September auch den Mitgliedern des Gemeinderats präsentiert", kündigte der Bürgermeister an.

(NGZ)