Jüchen: Jüchen plant Zeit nach der Braunkohle

Jüchen : Jüchen plant Zeit nach der Braunkohle

Bei dem Projekt "Braunkohlefolgelandschaft Garzweiler II" stimmt Jüchen mit Vertretern aus Erkelenz, Titz und Mönchengladbach sowie von RWE, Bezirks- und Landesregierung die Pläne für die rekultivierte Fläche ab.

Wie sieht die Gemeinde Jüchen nach der Zeit des Braunkohle-Abbaus aus? Wie können — insbesondere die rekultivierten Flächen — für Gewerbe, Wohngebiete, Verkehrsinfrastruktur und Freizeitmöglichkeiten genutzt werden? Wo sind Abstimmungen mit den benachbarten Kommunen sinnvoll?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt "Tagebaufolgelandschaft Garzweiler II". Mit am Tisch sind Jüchener Nachbarn und Tagebau-Anrainer wie Initiator Peter Jansen, Bürgermeister von Erkelenz, die Amtskollegen aus Mönchengladbach und Titz, Vertreter der Bezirks- und Landesregierung sowie vom Bergbautreibenden RWE. "Wir können mit manchen Entscheidungen, etwa dem Verlauf von Straßen, nicht bis zum Ende des Tagebaus im Jahr 2045 warten", erläutert Peter Jansen. Im November ist das nächste Treffen geplant.

Damit die Region um Garzweiler II fit für eine Zukunft ohne Braunkohle wird, wurde im Jahr 2011 das Programm "Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR)" gestartet. In zwölf Arbeitsgruppen werden Themen wie "Lebensqualität", "Landwirtschaft", "Verkehr" oder "Energie" behandelt. Bei dem neuen Projekt "Tagebaufolgelandschaft Garzweiler" wird kleinteiliger vorgegangen als beim "IRR". Auch Harald Zillikens ist zufrieden mit der "engen Verbindung" zum Amtskollegen Peter Jansen in Erkelenz.

Welche Möglichkeiten das neue Projekt bietet, erläutert RWE-Sprecher André Bauguitte: "Die Planungen sollen in mehreren Ebenen ablaufen: Zum einen erfolgt eine weit in die Zukunft gerichtete Planung, die auf die langfristige Attraktivität und Inwertsetzung des Tagebau-Umfeldes in einer Zeit nach dem Kohleabbau abzielt. Auf einer zweiten Ebene sollen Themenstellungen bearbeitet werden, die näher liegen, etwa nach einer attraktiven Gestaltung des Tagebaurands oder einer optimierten Verkehrsführung in den Tagebaurand-Gemeinden."

Warum eine frühzeitige Abstimmung sinnvoll ist, dafür nennt Peter Jansen ein konkretes Beispiel: "Wenn Jüchen auf der rekultivierten Fläche Industrie planen würde und wir daran angrenzend ein Naherholungsgebiet, wäre das nicht sinnvoll. Deshalb sollten wir unsere Planungen miteinander besprechen." Positive Impulse verspricht sich der Bürgermeister von Erkelenz auch von anderen Erfahrungen, die in der Gemeinde Jüchen bereits gesammelt wurden. "Wir in Erkelenz befinden uns teilweise noch in der Phase der Umsiedlung. In Jüchen ist man schon weiter, hat in Hochneukirch etwa ein Dorfentwicklungskonzept gestartet", sagt Peter Jansen. Am Rand des Tagebaus seien etwa Themen wie der Werteverfall von Immobilien oder Belastungen mit Feinstaub relevant.

Wie bereits in der Tagebauregion Inden wird sich, wie der Bürgermeister jetzt im Erkelenzer Braunkohlen-Ausschuss mitteilte, die Stiftung Kathy Beys aus Aachen in das Projekt einbringen: Die Stadt Erkelenz hat sie als Moderatorin beauftragt. So könnte die Stiftung etwa Bürgerforen oder Befragungen unter den Einwohnern organisieren.

(NGZ)
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