Fußball-Landesliga Jüchen kann Holzheim weiter distanzieren

Rhein-Kreis · Als Aufsteiger spielen die Jüchener in der Fußball-Landesliga eine bärenstarke Saison. Trotz der Niederlage im Hinspiel haben sie Holzheim inzwischen deutlich abgehängt. Am Sonntag steht in Neuss die Neuauflage des Kreisduells an.

Holzheims Ryoto Inokawa (l.) versucht im Hinspiel gegen Jüchen Pascal Moseler vom Ball zu trennen.

Holzheims Ryoto Inokawa (l.) versucht im Hinspiel gegen Jüchen Pascal Moseler vom Ball zu trennen.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Wer sich zu Saisonbeginn gefragt hat, ob die durch den Aufstieg des VfL Jüchen/Garzweiler in die Fußball-Landesliga wieder möglich gewordenen Punktspiele gegen die Holzheimer SG richtigen Derbycharakter haben, der bekam im Hinspiel im vergangenen Oktober die passende Antwort. Da lieferten sich die beiden Kreisvereine eine spektakuläre Partie, mit allen Ingredienzien, die zu einem rassigen Lokalduell dazugehören. Nach einer unglaublichen Schlussphase mit drei Toren in der Nachspielzeit setzte sich Holzheim glücklich mit 4:3 durch. Ein Spielverlauf, der die Rivalität wahrscheinlich noch gesteigert haben dürfte. Wie sehr, das wird sich am Sonntag (15.30 Uhr) beim Rückspiel auf der Johann-Dahmen-Sportanlage zeigen.

„Natürlich haben wir das Hinspiel nicht vergessen. Da haben wir uns viel verbaut, weil wir fünf Minuten im Tiefschlaf waren. Das sollte uns nicht wieder passieren“, sagt Jüchens Trainer Marcel Winkens und lässt durchblicken, dass das Ergebnis des ersten Aufeinandertreffens der Saison durchaus eine zusätzliche Motivation ist. Andersherum haben die Holzheimer auf heimischem Platz auch noch eine Rechnung mit dem VfL offen. Denn als der im März 2022 noch als Bezirksligist auf der Anlage an der Reuschenberger Straße zum Kreispokal-Halbfinale zu Gast war, setzte er sich mit 3:1 durch und vermasselte der HSG das Ziel, auf heimischer Anlage den Pott zu gewinnen. Den holten sich ein paar Wochen später dort dann ausgerechnet die Jüchener mit einem Sieg gegen Kapellen, was der Beginn einer historischen Serie war. Am Ostermontag gewann Jüchen erst kürzlich als erster Verein überhaupt dreimal in Folge den Kreispokal.

Eine beachtliche sportliche Entwicklung unter Trainer Marcel Winkens, die sich auch in der Meisterschaft widerspiegelt. Nach dem souveränen Aufstieg erfüllt der VfL auch eine Spielklasse höher die Einschätzungen vieler Konkurrenten, mit seinem Kader ganz oben mitspielen zu können. Acht Spieltage vor Schluss ist er in Schlagdistanz zum SC Kapellen auf Platz zwei, hat also noch Aufstiegschancen. Der Holzheimer SG, die sich in den vergangenen Jahren unter Trainer Hamid Derakhshan auch stetig nach oben entwickeln konnte, wurde deutlich der Rang abgelaufen, bei aktuell zwölf Punkten Rückstand braucht die HSG schon ein Fernglas, um den Kreiskonkurrenten noch zu sehen. Gut möglich, dass da am Sonntag auch etwas geradegerückt werden soll.

Doch abgesehen von den rein sportlichen Geschehnissen der Vergangenheit, durch den Jüchener Aufstieg hat sich die Konkurrenzsituation der beiden Vereine auch neben dem Platz deutlich erhöht. Schließlich geraten bei der jeweiligen Kaderplanung öfter dieselben Spieler in den Fokus, wobei es auch schon mal zu unschönen Zwischentönen kommen kann. Plakatives Beispiel ist die Personalie Yannick Joosten. Der Toptorjäger wechselte vergangenen Sommer von der HSG nach Jüchen und soll nun nach einer sehr durchwachsenen Spielzeit vor einer Rückkehr auf die Johann-Dahmen-Sportanlage stehen. Und das, obwohl der VfL ihn unbedingt halten und dafür nach eigenem Bekunden an seine finanzielle Schmerzgrenze gehen wollte.

Auf dem Feld stehen wird er am Sonntag auf keinen Fall. „Yannick ist noch verletzt und soll sich auskurieren, damit er fit nach Holzheim zurückkehrt“, erklärt Marcel Winkens, der nach wie vor wegen zahlreicher Dauerverletzter große Personalsorgen hat. Doch das konnte sein Team in den vergangenen Wochen gut kompensieren. Auch in Holzheim sieht es personell weiter alles andere als optimal aus. Immerhin sind zuletzt Amin Azdouffal und Maurice Heylen zurückgekehrt und konnten dazu beitragen, dass mit zwei Siegen in Folge auch die letzten Sorgen vertrieben wurden, noch in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Wir können befreit aufspielen“, sagt Hamid Derakhshan, der darauf hofft, dass sein Kapitän Pascal Schneider wieder fit genug für einen Startelfeinsatz gegen Jüchen ist.

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