Fußball : VfL Jüchen/Garzweiler macht sich selber Druck

Auch die Holzheimer SG ist noch längst nicht übern Berg. SC Kapellen kämpft um den Anschluss an die Topteams der Landesliga. 

So schnell geht das im Fußball: Da hatte sich der SC Kapellen in der Landesliga mit einer Serie von neun ungeschlagenen Spielen in Folge gerade wieder mitten hinein ins Rennen um Platz eins gekämpft, nur um am Sonntag mit der 1:7-Pleite im Topspiel beim Cronenberger SC das so mühsam zurückgewonnene Terrain auf einen Schlag zu verspielen. Vom CSC an der Spitze trennen die Schützlinge von Trainer Oliver Seibert nun wieder fünf Punkte, vom Tabellenzweiten 1. FC Mönchengladbach zwei und vom TVD Velbert womöglich bald vier, sollte der Neuling sein Nachholspiel am 3. April in Vohwinkel gewinnen.

SC Kapellen – TSV Meerbusch II. Fürs große Ganze interessiert sich Jörg Ferber in diesen Tagen freilich überhaupt nicht. „Natürlich haben wir im Training die Enttäuschung über die bittere Niederlage in Cronenberg thematisiert“, sagt Kapellens Sportlicher Leiter, eh überbewertete Strafmaßnahmen habe es indes nicht gegeben. Wichtig sei im Moment nur, im Heimspiel am Sonntag gegen den um den Klassenverbleib ringenden TSV Meerbusch II drei Punkte einzubringen. „Und das wird schwer genug.“ Das Hinspiel hatte der SCK mit 3:1 für sich entschieden, konnte dabei allerdings noch auf die Dienste seiner „Twin Towers“ David Dygacz (erzielte das wichtige 2:1/78. Minute) und Nils Dübbert im Abwehrzentrum bauen. Auch Can Yücel, bis Weihnachten unumstrittene Stammkraft, fehlt mit einer Blessur am Fuß und hinter dem Einsatz des an der Schulter verletzten Goalgetters Alexander Hauptmann (20 Treffer) steht ebenfalls ein Fragezeichen. „Aber wir jammern deshalb nicht rum“, stellt Ferber klar. „Wir arbeiten lieber akribisch weiter. Es kann noch so viel passieren ...“

VfL Jüchen/Garzweiler – FC Remscheid. Am Liveticker im Ski-Urlaub hatte Jüchens Vorsitzender Christoph Sommer am vergangenen Sonntag mit größtem Entsetzen miterleben müssen, wie die Truppe von Coach Michele Fasanelli im Derby beim 1. FC Mönchengladbach ab der 80. Minute in Überzahl den 1:0-Vorsprung verspielte und am Ende noch mit 1:2 verlor – die dritte Liga-Niederlage in Serie. „Schade, das wären drei Bonus-Punkte gewesen“, sagt Sommer, sah sich aber wiederum bestätigt: „Mit Negativerlebnissen kann die Mannschaft nicht umgehen. Insofern war das Spiel ein Spiegelbild unsere Saison.“

Trotzdem fordert er vor der wahrscheinlich wichtigsten Woche in der laufenden Spielzeit: „Die Jungs müssen an ihre Chance glauben.“ Das Heimspiel am Sonntag gegen den zuletzt so starken FC Remscheid (zwölf Punkte aus fünf Partien) und der Auftritt am 7. April beim Schlusslicht Düsseldorfer SC 99 haben für ihn vorentscheidenden  Charakter: „Wir müssen jetzt punkten. Tun wir das nicht, ist die Sache vielleicht schon gelaufen. Und ganz ehrlich, dann haben wir es auch nicht verdient, in dieser Liga zu spielen.“ Erschwerend kommt noch hinzu, dass in Leitwolf Sven Raddatz (Einblutung im Wadenbereich)  der mit elf Treffern beste Torschütze ausfallen könnte. Nicht fit sind außerdem Marius Köller und Michael Kersten. Das Hinspiel endete 1:1.

Holzheimer SG – Teutonia St. Tönis. Aus den vergangenen drei Partien schöpfte die HSG satte sieben Punkte und sprang auf Rang 13. Und genau da will Trainer Guido van Schewick, der nach seinem Hörsturz wieder voll belastbar ist, nun im Duell der Aufsteiger unbedingt weitermachen. Mit den Gästen verbindet er fast ausschließlich positive Erinnerungen: „Schon in der Bezirksliga waren das immer gute Spiele. St. Tönis hat eine sehr gute Mannschaft zusammen.“ Daraus schließt er: „Das wird schwer, aber nicht unmöglich.“ Wie es klappen könnte, zeigt das Hinspiel, in dem Holzheim einen geradezu majestätischen 5:1-Erfolg gefeiert hatte. Dass seine Truppe nun zum ersten Mal etwas zu verlieren hat, ändert für den Coach gar nichts: „Ob wir im Moment über oder unter dem Strich stehen, blenden wir total aus. Wir müssen einfach Spiele gewinnen, denn wir sind noch längst nicht an unserem Ziel angekommen.“

Zum Personal: Eser Pekin fällt aus, auch Rekonvaleszent Simon Petri braucht noch ein wenig Zeit. Dafür kehrt Neuzugang Kevin Dyla (Knieverletzung) zurück.