Jüchen/Garzweiler ist kaum noch zu retten. Freude in Holzheim.

Fußball : Jüchen/Garzweiler ist kaum noch zu retten

Holzheim feiert wichtigen Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga. Kapellen kommt gegen Odenkirchen nicht über 1:1 hinaus.

Der 33. Spieltag der Fußball-Landesliga aus Kreissicht: lange Gesichter in Kapellen und Jüchen, große Freude in Holzheim.

VfL Jüchen/Garzweiler – TSV Meerbusch II 1:2 (0:1). Nach der Heimpleite im Kellerduell redete VfL-Vorsitzender Christoph Sommer nicht lange um den heißen Brei herum: „Für uns geht es jetzt nur noch darum, die restlichen fünf Spiele mit Anstand über die Bühne zu kriegen.“ Bei den Gastgebern rückte Torwarttrainer Peter Dreßen (37) für den im Abstiegskampf zu unbeständigen Stammkeeper Dominik Lingweiler auf die Linie. Meerbusch begann in Torhüter Michael Kampmann, Janik Roeber, Romel Seena Anyomi, Benjamin Dohmen und Christian Sadlowski, der in der 26. Minute auch prompt zur Führung traf,  mit fünf Kickern, die in dieser Saison mehr Spiele für die Meerbuscher Oberliga-Truppe als für die Zweitvertretung gemacht haben. Der Pausenrückstand ging für Sommer auch vollkommen in Ordnung, „denn Meerbusch war bis dahin in allen Belangen die bessere Mannschaft.“ In Hälfte zwei startete der VfL jedoch mit einem Kopfball von Danny Hepner an den Pfosten (50.) – und „war ganz klar spielbestimmend“, sagte Sommer. Als dann auch noch Marius Köller mit einem Sonntagsschuss aus mehr als 40 Metern der Ausgleich gelang (72.), schien die Wende zum Greifen nah. Doch kurz darauf verursachte Metin Türkay hart an der Strafraumgrenze einen, so Sommer verärgert, „total unnötigen Foulelfmeter. Eine Szene, die unsere ganze Saison widerspiegelt, egal, ob der Tatort nun knapp innerhalb oder knapp außerhalb des Sechzehners lag.“ Jannik Roeber nahm das Geschenk dankend an, obwohl Dreßen noch am Ball war.

SC Kapellen – SpVgg. Odenkirchen 1:1 (1:1). Wieder mal ließ Kapellen eine große Chance liegen, zu den sicheren Aufstiegsplätzen aufzuschließen. „Und hat nach den Ausfällen von Lennart Ingmann, Marc Paul und Can Yücel, die auch mal gute Ideen haben, die Kreativität gefehlt“, haderte der Sportliche Leiter Jörg Ferber. Dazu bemängelte er die vielen Fehlpässe im Spielaufbau. Zu allem Überfluss gerieten die Hausherren nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung durch eine von Sven Moseler abgeschlossene Konterattacke in Rückstand (11.). „Wieder mal ein total überflüssiges Gegentor“, stellte Ferber betrübt fest. Immerhin gab sich die an Rückschläge mittlerweile gewöhnte Mannschaft nicht auf, glich noch vor der Halbzeitpause durch den 21. Saisontreffer von Alexander Hauptmann aus. Ferber: „Danach haben wir es aber versäumt nachzulegen. Die Möglichkeiten wären dagewesen, aber insgesamt war das einfach zu wenig.“ Bitter: Mit einem Heimsieg hätte der SCK bis auf einen Punkt zum 1. FC Mönchengladbach auf Rang drei aufgeschlossen. Ja selbst Cronenberg (schlug Gladbach im Spitzenspiel mit 3:0) wäre  auf Platz zwei nur drei Zähler entfernt gewesen. „Das ist schon schade“, sagte Ferber geknickt.

Holzheimer SG – ASV Süchteln 2:0 (1:0). Um im unerbittlichen Abstiegskampf zu bestehen, musste die HSG nach vier sieglosen Spielen in Folge unbedingt voll punkten. Und bereits nach dem (natürlich) von Tim Nilgen kurz vor der Halbzeitpause nach einem Foul an Maurice Girke gewohnt sicher verwandelten Strafstoß sah es auch gut aus für den Neuling, zumal Trainer Guido van Schewick ein hochkonzentriertes Team sah: „Alle haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Süchteln hatte sicher mehr vom Spiel, aber wir haben hinten nicht viel zugelassen.“ In die Karten spielte Holzheim gewiss auch das Tor von Maurice Girke zum 2:0 (48.) zu Beginn des zweiten Abschnitts. Der für den so sehnsüchtig angepeilten Klassenverbleib „enorm wichtige und hochverdiente Sieg“ (van Schewick) geriet danach nur noch selten ernsthaft in Gefahr.

Wie entscheidend die drei Punkte tatsächlich waren, zeigt ein Blick auf die Ergebnisse des Wochenendes: Die unmittelbare Konkurrenz der HSG punktete fröhlich – Heiligenhaus düpierte Amern (4:1), der VfB Solingen rang Vohwinkel mit 1:0 nieder und Meerbusch II schickte Jüchen/Garzweiler mit seinem 2:1-Erfolg ziemlich sicher zurück in die Bezirksliga. Auch Odenkirchen holte sich in Kapellen einen Zähler. Van Schewick ist sich der nach wie vor prekären Lage bewusst, und darum fordert der besonnene Coach für das am Sonntag anstehende Match beim Rather SV forsch: „Da müssen wir jetzt unbedingt nachlegen.“ Besser wäre das ...