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Joshua Reuland vor Comeback beim TSV Bayer Dormagen

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Joshua Reuland vom Handball-Zweitligisten Bayer Dormagen hatte sich noch in der vergangenen Saison eine schwere Knieverletzung zugezogen. Dass er früher zurückkehren könnte als geplant, ist eine gute Nachricht für die Mannschaft.

Als Joshua Reuland kürzlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte, war das einer Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für den Linksaußen des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Denn es war voraussichtlich der Anfang vom Ende einer langen Leidenszeit, die im April dieses Jahres im Spiel gegen den TuS N-Lübbecke begann. Nach einem erfolgreichen Torabschluss hatte er sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Was folgte, waren eine Operation, eine monatelange Rehabilitation und ein Aufbautraining. Eigentlich war der Plan, dass der 27-Jährige erst nach der EM-Pause im kommenden Jahr wieder in Punktspielen auf der Platte stehen soll, doch wie es jetzt aussieht, könnte es schon am zweiten Weihnachtstag im letzten Spiel des Jahres beim TuS Ferndorf so weit sein.

„Wie müssen schauen, wie es sich entwickelt. Aber es könnte sein, dass ich dann schon wieder auf der Bank sitze, um erste Erfahrungen zu sammeln und mich wieder an die Abläufe zu gewöhnen“, erklärt Reuland zuversichtlich. Klar, dass die Stimmungslage kurz nach der Diagnose Riss des vorderen Kreuzbandes eine ganz andere war. In einer Art Schockzustand befand sich Reuland, der zuvor in seiner Karriere noch nie so schwer verletzt gewesen war. „Geholfen hat mir damals aber, dass ich so viele Mut machende Nachrichten aus der Familie und von Freunden erhalten habe“, erinnert sich Reuland. Sehr praktisch war für ihn, dass sein Vater Jan Physiotherapeut ist und eine Praxis im rheinland-pfälzischen Mayen betreibt. So konnte Joshua Reuland die ersten Monate seiner Rehabilitation optimal versorgt in der Heimat verbringen, ganz in der Nähe beim TuS Weibern erlernte er übrigens auch das Handballspielen.

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Doch so schön es auch war, in der schweren Zeit in der Nähe der Familie zu sein, versuchte der Linksaußen ziemlich bald, möglichst engen Kontakt zur Mannschaft zu halten. Mindestens einmal in der Woche machte er sich auf den Weg an den Höhenberg, um dort an der Physis zu arbeiten und die Teamkameraden zu treffen. Auch bei möglichst vielen Spielen der Dormagener versuchte Reuland dabei zu sein, nur die ganz weiten Auswärtsfahrten ersparte er sich. Das wäre nicht gut fürs lädierte Knie gewesen. Bei den Partien, bei denen er dabei sein konnte, versuchte er, die Kollegen so gut es ging zu unterstützen, doch nicht aktiv ins Geschehen einzugreifen, war hart für ihn. „Das ist mir sehr schwer gefallen“, betont Reuland.

Wobei es vergangene Saison noch wesentlicher einfacher war, als die Dormagener von Erfolg zu Erfolg eilten und am Ende einen starken siebten Platz belegten. In der laufenden Saison wird der TSV dagegen von fast schon unheimlichen Personalproblemen verfolgt und ist sogar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Da wäre jede Hilfe herzlich willkommen gewesen. Reulands Einstieg ins Mannschaftstraining im Dezember lässt zumindest hoffen, dass der Linksaußen bald wieder dabei sein kann. „Anfangs habe ich mir zwar schon meine Gedanken gemacht, wie es sein wird, wieder mit Nebenleuten zu trainieren. Doch das ist schnell verflogen. Ich habe mich schnell wieder an das Training im Team gewöhnt“, sagt Reuland. Das betroffene Knie hat bislang noch nicht negativ auf die steigenden Belastungen reagiert. Und dass die Muskulatur rebelliert, ist kein Grund zur Sorge, sondern ein normaler Anpassungsprozess des Körpers.

Aber auch wenn es schon mit einem Kurzeinsatz am zweiten Weihnachtstag gegen Ferndorf klappen sollte, ist klar, dass es noch deutlich länger dauern wird, bis der alte Joshua Reuland wieder auf der Platte steht. Das gilt auch für seinen Mannschaftskameraden Alexander Senden, der nach einer Schulter-OP vor Saisonbeginn am Comeback arbeitet. „Wir müssen als Team im Februar angreifen, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Aber die lange verletzen Spieler brauchen ihre Zeit, bis sie ihre früheren Leistungen wieder abrufen können“, betont Reuland. Nach den letzten Spielen des Jahres treffen sich die Dormagener Mitte Januar zum Auftakt der Vorbereitung.