Jonathan Parker gibt seinen Einstand bei den Elephants Grevenbroich

Basketball : Das Debüt des großen Unbekannten

Mit dem Spiel bei der akut vom Abstieg bedrohten BG Kamp-Lintfort beginnt Jonathan Parker sein Engagement beim Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants. Der 28 Jahre alte US-Profi hat sich auf seinen Einsatz akribisch vorbereitet.

So richtig Ruhe bekommt Hartmut Oehmen in seinen Kader in dieser Spielzeit wohl nicht mehr: In Jonathan Parker versucht sich am Samstagabend (20 Uhr, Glückauf-Sporthalle an der Moerser Straße) bei der BG Kamp-Lintfort bereits der dritte US-Profi beim Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants. Topscorer Milen Zahariev erhielt vor Weihnachten die Freigabe für die Itzehoe Eagles (Pro B) und nun zeigte die Konkurrenz auch Interesse an Lennard Jördell.

Die in der Pro B Süd in arge Abstiegsnöte geratenen RheinStars Köln waren in der Weihnachtspause mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Stephan Baeck bei den Grevenbroichern vorstellig geworden. Der 2,07 Meter große Center war bis zu seiner Rückkehr zu den Elephants 2015 bereits für die Domstädter tätig und wohnt auch in Köln. Oehmen ließ den 27-Jährigen, der auf seiner Position zu den besten Akteuren in der Regionalliga gehört, allerdings nicht ziehen. „Und das hat Lenny auch direkt akzeptiert“, stellt Oehmen klar und sagt darüber hinaus: „Selbst wenn er gewechselt wäre, wären die Elephants in der nächsten Saison wieder ein Option für ihn gewesen.“

 Somit läuft Jördell im Duell mit dem Schlusslicht für Grevenbroich auf und spielt damit zum ersten Mal an der Seite von Jonathan Parker. Der 28 Jahre alte US-Profi ist bereits seit anderthalb Wochen beim Team und seit Freitag 11.30 Uhr auch im Besitz einer Arbeitserlaubnis. „Großen Dank ans Ausländeramt in Grevenbroich, die haben das echt gut gemacht“, sagt Oehmen. Ihm sei freilich bewusst, dass der nach seinem vorzeitigen Abschied beim vom Ex-Grevenbroicher Raphael Wilder trainierten Pro A-Ligisten Schalke 04 zurzeit in der Schlossstadt wohnende und bei den Elephants trainierende US-Boy Chris Hortmann definitiv hochkarätiger ist. „In der Offensive steckt er Parker in die Tasche.“ Doch fügt er sofort hinzu: „Wir sind punktgleich mit dem Tabellenzweiten und stellen die beste Offensive der Liga. Wir brauchen also keinen Ami, der im Schnitt 20 Punkte macht, für den die Defensive jedoch nicht stattfindet.“

Wo das wahre Problem  der Mannschaft liegt, hat er inzwischen herausgearbeitet und fein säuberlich auf einem Plakat aufgelistet. Die Kernaussage seiner Fleißarbeit: „Abgesehen  von den abstiegsbedrohten Teams Dortmund, Leverkusen, Deutz, Salzkotten und Kamp-Lintfort punkten die Guards der restlichen Teams gegen uns deutlich mehr als sonst.“  Und genau da kommt Parker ins Spiel. Der neue Mann habe nach seiner Zeit am College, das er zunächst ohne Abschluss verließ, um seine schwangere Freundin zu unterstützen, zwar nie professionell Basketball gespielt, sei indes heiß wie Frittenfett. „Es einmal in Europa als Basketballer zu versuchen, ist sein großer Traum“, weiß Oehmen. Und gleich beim ersten Kontakt in Deutschland hat ihn der Amerikaner überzeugt: „Als ich ihn vom Flughafen abgeholt habe, konnte er mir alle Statistiken der drei besten Spieler jeder Mannschaft in der Liga aufsagen. Er hatte 17 Spiele in voller Länge auf Video geguckt.“

Das Match in Kampf-Lintfort dient den Elephants nun vor allem dazu, Parker auch im Wettkampf in die Mannschaft zu integrieren. Trotz des  müden Auftritts beim 91:82-Heimsieg zum Jahresauftakt über Salzkotten und eines angeschlagenen Spielmachers Farid Sadek (Achillessehnenverletzung) geht Oehmen wiederum von einem deutlichen Sieg aus. Das Hinspiel hatten die Elephants problemlos mit 86:45 gewonnen.

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