Fußball-Landesliga : Jörg Ferber ist zurück in Kapellen

Erst kürzlich ist Jörg Ferber als Sportlicher Leiter zurückgetreten, nun ist er Trainer beim Fußball-Landesligisten SC Kapellen. Warum Vorgänger Juppi Schmitz nicht mehr im Amt ist, bleibt unklar.

Der Fußball schreibt mitunter kuriose Geschichten. Landesligist SC Kapellen hat ihn um eine weitere bereichert. So leitete Jörg Ferber vor der Partie am Sonntag bei der SG Unterrath am Donnerstag das Training der ersten Mannschaft, obwohl er ziemlich genau zwei Wochen zuvor als Sportlicher Leiter zurückgetreten war und sich vom Verein verabschiedet hatte. Der bisherige Trainer Juppi Schmitz, mit dem Ferber augenscheinlich nicht auf einer Wellenlänge lag, ist nach nur drei Spieltagen der noch jungen Saison nicht mehr im Amt. Ob er entlassen wurde oder zurückgetreten ist, war am Freitag weder von ihm noch vom Vereinsvorsitzenden Philip Breuer zu erfahren. Beide waren trotz mehrmaliger Versuche telefonisch nicht zu erreichen.

Viel spricht allerdings für eine Entlassung, denn aus dem Umfeld von Schmitz war zu erfahren, dass Peter Schiffer als einer seiner bisherigen Co-Trainer und Manni Benske als bisheriger Torwarttrainer aus Solidarität zurückgetreten seien. Derartige Solidaritätsbekundungen sind im Sport dann zu beobachten, wenn sich eine Partei in einem Konflikt ungerecht behandelt fühlt. Ein Blick auf die Zahlen des bisherigen Saisonverlaufs lässt jedenfalls keinen offensichtlichen Grund für eine mögliche Entlassung erkennen. Aus drei Spielen holte das in der Sommerpause noch unter Mitwirkung von Jörg Ferber stark veränderte Team vier Punkte. Und Ferber selbst hatte vor der Saison noch ausdrücklich erklärt, dass es vor dem Hintergrund des Umbruchs keinen Druck gebe, unbedingt um den Aufstieg mitspielen zu müssen. Vielmehr gehe es darum, eine gute Rolle zu spielen. Ein Ziel, dass zumindest aktuell noch nicht in Gefahr scheint.

Dennoch hat jetzt Jörg Ferber übernommen, der sich bei seinem Rücktritt als Sportlicher Leiter vor zwei Wochen über die wahren Gründe dafür noch ausgeschwiegen hatte, am Freitag war er da schon offener. „Ich wollte damals keine Unruhe reinbringen, aber es hat einfach nicht gepasst. Es gab ein paar Punkte, die das Trainergespann anders gesehen hat. Die Trainer sollten einfach die Chance bekommen, ihre Vorstellungen umzusetzen“, erklärte Ferber. Warum die Zeitspanne für die Umsetzung allerdings so kurz geraten ist, das wusste Ferber nicht. Nach seinem Rücktritt sei er nicht mehr in die Entscheidungen rund um die erste Mannschaft eingebunden gewesen. Er sei von Philip Breuer angerufen und gebeten worden, ihm bei einem Problem zu helfen.

„Ich bin Philip sehr verbunden und wir sind nicht im Gram auseinandergegangen. Und wenn er Probleme hat, ist klar, dass ich helfe“, betonte Ferber. Der 52-Jährige, der in der vergangenen Saison nach dem Abschied von Oliver Seibert schon mal für vier Spiele nicht besonders erfolgreich (0 Punkte) als Trainer eingesprungen war, sieht sich grundsätzlich eher auf dem Trainerposten. „Und wenn ich dann die Chance habe, bei einem so gut organisierten Verein wie dem SCK zu arbeiten, mache ich das natürlich.“ Seine Mission ist auch nicht zeitlich begrenzt. Die erste Einheit mit der Mannschaft, so Ferber, sei gut verlaufen. Er habe den Eindruck gehabt, die Spieler seien froh gewesen, dass er wieder zurück ist. „Um die Mannschaft mache ich mir keine Sorgen, sie ist intakt. Gegen Unterrath werde ich allenfalls taktisch etwas ändern“, sagte der neue Coach.